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"Agrarwende ist die neue Energiewende"

Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis90/Die Grünen

"Mehr Biss" haben Bündnis90/Die Grünen sich als Motto gegeben. Das sollte für die zahlreichen Äpfel bei der diesjährigen Bundesdelegiertenkonferenz gelten - aber vor allem auch für die Inhalte.

Auf ihrer Bundesdelegiertenkonferenz vom 21. bis 23. November 2014 in Hamburg haben Bündnis90/Die Grünen intensiv über die Themen Ernährung und Landwirtschaft diskutiert. Neben dem Ruf nach einer höheren Wertschätzung für Lebensmittel wurden verschiedene konkrete Forderungen erhoben: Zum Beispiel eine Ökologisierung der Landwirtschaft, die Reform der europäischen Agrarfinanzierung, ein europaweites Gen-Anbauverbot, ein Importverbot von Futtermitteln, mehr Bemühungen beim Tierschutz oder eine Nährwertampel. 

Die Agrarwende hat dieselbe ökologische Bedeutung wie die Energiewende.

Toni Hofreiter, Fraktionsvorsitzender Bündnis90/Die Grünen

Die Grünen haben damit auf das Thema „Gutes Essen, gutes Leben“ einen Schwerpunkt gelegt und wollen einen Trend setzen. Die ZEIT schreibt: "Einig sind sich die Grünen aber darüber, sich künftig mit dem Thema "bessere Ernährung" profilieren zu wollen. In Zeiten, in denen in Städten ganz selbstverständlich zum veganen Weihnachtsmarkt eingeladen wird und multiresistente Keime im Supermarkt-Fleisch die Verbraucher verschrecken, sind die Grünen einem Trendthema auf der Spur." 

Für die Lebensmittelwirtschaft ist es wichtig zu sehen, in welche Richtung sich gesellschaftliche Trends entwickeln. Deshalb ist die METRO GROUP oft bei Parteitagen und Fachkonferenzen vor Ort, um sich ein Bild von den Diskussionen zu machen. 

Auszug aus dem Leitantrag von Bündnis90/Die Grünen

"Wie wir Lebensmittel produzieren und konsumieren, ist eine der zentralen ökologischen und sozialen Fragen unserer Zeit. Es geht ums Ganze: Um die Ernährung aller Menschen mit guten Lebensmitteln und um globale Gerechtigkeit, um Klimaschutz und Artenvielfalt, um eine gesunde Umwelt und den ethischen Umgang mit Tieren. Überdies ist eine bäuerliche Landwirtschaft ein starkes Rückgrat für lebenswerte ländliche Räume und regionale Wirtschaftsstrukturen. Doch die fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft schadet unserer Umwelt in bisher ungekanntem Ausmaß: Monokulturen zerstören Lebensräume, die zuvor reich an Pflanzen und Tieren waren.Der verstärkte Einsatz von Dünger und Pestiziden schädigt unsere Böden und belastet unser Wasser. Und weltweit stammen rund ein Drittel der Gase, die das Klima anheizen, aus Tierhaltung und Landwirtschaft."

Der Beschluss im Wortlaut 

"Immer mehr Menschen haben diese Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft satt. Sie demonstrieren gegen Industrieställe, in denen Tiere auf engstem Raum zusammen gezwängt werden. Sie wenden sich gegen den wachsenden Einfluss von multinationalen Agrarkonzernen wie Monsanto auf unsere Lebensmittelversorgung und gegen eine Lebensmittelwirtschaft, die auf billige Preise statt Qualität und auf künstliche Aromen statt Geschmack setzt. Und sie finden sich nicht ab mit einer globalen Ungerechtigkeit, die auf der einen Seite Überfluss produziert und doch jeden neunten Mensch auf der Erde hungrig zurück lässt. Agrar- und Ernährungspolitik ist ein Grünes Thema der ersten Stunde. Seit unserer Gründung setzen wir uns auf Landes-, Bundes- und Europaebene für Veränderungen ein und haben Ernährung und Landwirtschaft zu einem Thema gemacht, das die Gesellschaft bewegt." 

Raphael Neuner

Informationen zum Autor

Raphael Neuner leitet die Abteilung Nationale Politik. Er beschäftigt sich dabei vor allem mit gesellschaftlichen Entwicklungen und politischer Regulierung im Bereich des Handels.