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Lebensmittelverschwendung vermeiden – wie kann das gelingen?

Diskussion über Food Waste beim Innovation Thursday

82 Kilogramm Lebensmittel landen jährlich bei jedem Deutschen im Müll statt auf dem Teller.  Welche Möglichkeiten gibt es, daran etwas zu verändern? Welchen Beitrag können Handel und Verbraucher leisten? Darüber diskutierten METRO-Mitarbeiter mit dem Gründer des Start-ups Abendtüte Peter Wiedeking beim letzten „Innovation Thursday“ in Düsseldorf. 

An jedem ersten Donnerstag im Monat dreht sich bei der METRO alles um Innovationen. Beim „Innovation Thursday“ werden in Workshops Innovationsthemen diskutiert, die der METRO GROUP am Herzen liegen. Organisator der Veranstaltungen ist der Bereich Business Innovation. Beim letzten Mal ging es um Lebensmittelverschwendung. Das Thema selbst ist nicht neu, aber neue Ideen und Konzepte, wie wir es schaffen, weniger einwandfreie Lebensmittel wegzuwerfen, werden weiter gebraucht.

Wir sehen Lösungen zur Verringerung von Lebensmittelverschwendung als einen der wichtigsten Bausteine in der DNA eines nachhaltigen und sozialverantwortungsvollen Handelsunternehmens.

Fabio Ziemßen, Moderator des letzten Innovation Thursday und im Bereich Business Innovation der METRO AG zuständig ist für Food eCommerce Themen

Impuls durch Start-up Gründer

Um über neue Ideen zu diskutieren, war auch Peter Wiedeking, Gründer des Start-ups Abendtüte, zum „Innovation Thursday“ geladen. Mit seinem Start-up hat sich Wiedeking zum Ziel gesetzt, seinen Kunden unkompliziert alle Zutaten ins Haus zu bringen, die sie für ein gesundes Abendessen brauchen. Hungrige Kunden bestellen online aus einer Vielzahl von Rezepten  - in der Abendtüte steckt dann genau die Menge an Zutaten und Gewürzen, die es für die Zubereitung des Gerichts braucht. Mit diesem Konzept trägt Abendtüte auch dazu bei, dass keine übriggebliebenen Lebensmittel im Kühlschrank verkommen. „Ein enger Draht zu den regionalen Lieferanten hilft uns sehr Lebensmittelverschwendung zu verhindern“, so Wiedeking. Der Gründer erläuterte, dass die Landwirte, die die Zutaten für die Abendtüte liefern, ihn regelmäßig anrufen und informieren, welche Obst- und Gemüsesorten sie in den kommenden Wochen ernten werden oder welche sie noch in großem Umfang vorrätig haben. „Wir bieten dann auf unserer Abendtüte-Webseite verstärkt Rezepte an, mit denen diese Zutaten verkocht werden können.“

Ein Problem - viele Lösungsansätze

Neben dem Konzept des Start-ups wurden während des letzten "Innovation Thursday" auch andere Ansätze zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung diskutiert, die an ganz unterschiedlichen Punkten in der Wertschöpfungskette von Lebensmitteln ansetzen. Denn nicht nur am Ende der Kette in der Gastronomie oder beim Verbraucher zu Hause kommt es zu Nahrungsmittelverlusten, sondern auch bei Produktion, Lagerung, Transport und Verarbeitung.

So haben die Teilnehmer zum Bespiel über Lösungen gesprochen, sogenannte „Misfits“ - also untypisch geformtes Obst und Gemüse - gezielt zu vermarkten. Damit soll vermieden werden, dass Landwirte Teile der Ernte aus optischen Gründen aussortieren müssen.


Mit Blick auf die Gastronomie ging es in dem Workshop zum einen um Angebote, die  Restaurantbesitzer unterstützen sollen. Ihnen soll dabei geholfen werden, die Mengen der im Restaurant weggeworfenen Lebensmittel besser zu überwachen und mit gezielten Maßnahmen zu reduzieren. Zum anderen wurde darüber gesprochen, Restaurantgästen aktiv Resteboxen anzubieten. Die Boxen ermöglichen es, Teile des Gerichts mit nach Hause zu nehmen, wenn die Portion zu groß ausgefallen ist. Ein Konzept, das die Teilnehmer des Innovation Thursday gerne noch stärker in der METRO-eigene Kantine vorfinden möchten. Die Umsetzbarkeit wird derzeit geprüft.

Verbraucherbewusstsein ist der Schlüssel

Die wohl größte Vielfalt von Ideen und bestehenden Konzepten zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung besteht im Bereich der privaten Haushalte. Das ist auch gut so, denn hier fällt laut einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums  für  Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auch der Großteil der Lebensmittelabfälle an. Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg. Pro Person und Jahr sind das rund 82 Kilogramm Lebensmittelabfall. Rund zwei Drittel davon wären vermeidbar. 

Um das  Bewusstsein der Verbraucher für diese Problematik zu erhöhen, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft 2013 die Initiative
Zu gut für die Tonne! (#zgfdt) ins Leben gerufen. Unter www.zugutfuerdietonne.de finden sich Tipps zu Lebensmittellagerung und -haltbarkeit, Fakten zur Lebensmittelverschwendung sowie Rezepte für beste Reste. Die Informationen sind auch per App abrufbar. Akteure aus Industrie, Handel, Gastronomie und Landwirtschaft sowie Verbraucherverbände, Kirchen und NGOs unterstützen die Initiative.

Die Motivation des Bundesministeriums zum Start der Initiative fasst die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Frau Dr. Maria Flachsbarth, für das Digitale Hauptstadtbüro zusammen:

Wir sollten unsere Lebensmittel nicht einfach gedankenlos konsumieren, sondern ihnen mehr Wertschätzung entgegenbringen. Das fängt an bei der Erzeugung von Lebensmitteln, geht weiter über einen bewussten Einkauf und eine ausgewogene Ernährung und endet damit, dass wir Lebensmittel nicht achtlos wegwerfen dürfen. Mit unserer Initiative Zu gut für die Tonne! ist es gelungen, das Thema Lebensmittelverschwendung einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen. Für die notwendigen Verhaltensänderungen benötigen wir einen langen Atem und Unterstützung von vielen Akteuren. Man sollte sich stets vor Augen führen, welche wertvollen Ressourcen in unseren „Mitteln zum Leben“ stecken. Es ist nicht allein das Lebensmittel, das im Mülleimer landet.

Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft

Zu gut für die Tonne! klärt auf

Dass die Initiative Zu gut für die Tonne!  Wirkung zeigt, unterstreichen die Ergebnisse einer Umfrage der GfK im Auftrag des BMEL in 2014: immerhin fast 90 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ist diese Verschwendung von Ressourcen beim Wegwerfen von Lebensmitteln bewusst.

Mit einem neuen Video informiert die Initiative Zu gut für die Tonne! über den Ressourcenverbrauch bei der Herstellung von Lebensmitteln. Es zeigt, was vergeudet wird, wenn Äpfel, Brot oder Käse im Abfall landen und will erreichen, dass Lebensmittel wieder mehr wertgeschätzt werden und ihre Verschwendung gestoppt wird.  

Übergeordnetes Ziel der Initiative ist ein neuer, ein insgesamt bewussterer Umgang mit Lebensmitteln. Das liegt auch Peter Wiedeking von der Abendtüte am Herzen. Mit seiner Aktion „WERTEtüte“ – einer Umfrage zur Wertigkeit von Lebensmitteln – möchte er noch besser verstehen, wie die Verbraucher ticken und was ihnen beim Lebensmittelkauf wichtig ist.

Und was tut die METRO?

Der Verbraucher ist auch für die METRO ein zentraler Akteur, wenn es darum geht, die Verschwendung von Lebensmitteln zu verhindern. Je mehr unsere Kunden über die eingekauften Lebensmittel und den richtigen Umgang mit ihnen wissen, desto weniger landet später im Müll. Wir setzen deshalb auf Verbraucherinformation und Aufklärung. Auf der Website von Real finden unsere Kunden zum Beispiel umfangreiche Informationen zur Verwendung und richtigen Lagerung von Lebensmitteln. Online wird dort erklärt, worin eigentlich der Unterschied  zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verzehrdatum besteht. Zudem engagieren wir uns im Bündnis für Verbraucherbildung und tragen auf diesem Wege dazu bei, dass Wissen im Umgang mit Lebensmitteln zu verbreitern.

Auch im Verhältnis zu unseren Lieferanten geht es vielfach um Information und Aufklärung. Gemeinsam mit Kooperationspartnern helfen wir zum Beispiel Farmern in Schwellen- und Entwicklungsländern durch spezielle Trainings zu Themen wie Lebensmittelsicherheit, Hygienestandards und Produktverarbeitung dabei, den Verderb von Nahrungsmitteln auf dem Weg vom Feld in die Regale der Märkte deutlich zu reduzieren.

In unseren Märkten gelingt es trotz sorgfältiger Bedarfsplanung und modernen Warenwirtschaftssystemen nicht immer, die Lebensmittel noch mehrere Tage vor dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums komplett zu verkaufen. Lebensmittel, die qualitativ noch einwandfrei, aber wegen des baldigen Ablaufs des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht mehr verkaufsfähig sind, gehen nicht verloren, sondern kommen über unsere Kooperation mit den Tafeln Bedürftigen zu Gute. Die METRO GROUP unterstützt die Tafeln über ihre Vertriebslinien METRO Cash & Carry, Real und GALERIA Kaufhof seit vielen Jahren mit Lebensmittelspenden. Seit 2006 sind wir außerdem Hauptsponsor des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V. und fördern die Organisation auch finanziell. Das wird auch in Zukunft so bleiben: Ende 2014 verlängerte der METRO-Vorstand den Sponsoring-Vertrag um weitere drei Jahre.

Mehr zu unserem Ansatz Lebensmittelverluste und -verschwendung auf allen Stufen der Wertschöpfungskette zu reduzieren - vom Feld über die Logistik und die Abläufe im Markt bis hin zum Verbraucher - finden Sie in unserem Corporate Responsibility Report.

Stefanie Awe

Informationen zum Autor

Stefanie Awe ist als Referentin Nationale Politik im Konzernbüro Berlin der METRO tätig.