Diskutieren Sie mit!

Einloggen mit

oder

Anmelden

Neu registrieren

Wenn Sie noch kein Diskussionsteilnehmer sind, dann können Sie sich hier registrieren.

Unsere Kommentar- und Community-Richtlinien

Diese Plattform dient dem gemeinsamen Austausch. Die Kommentarfunktion soll eine sachliche Diskussion ermöglichen. Um dies zu gewährleisten, behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu löschen, die einer solchen Diskussion nicht förderlich sind und sich nicht auf die Beiträge beziehen. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung.
Weitere Informationen finden Sie in unseren Kommentar-Richtlinien.

Neue Regeln für die Rücknahme von Elektroaltgeräten

Expertenanhörung zum ElektroG

Mit der Novellierung des Elektro- und Elektronikgesetzes (ElektroG) soll die Rücknahme von Elektroaltgeräten neu geregelt werden. Ziel ist es die Sammelmenge von Altgeräten zu erhöhen. Sowohl stationäre als auch Online-Händler sollen zukünftig verpflichtet sein, Altgeräte kostenfrei zurückzunehmen. Kleine Elektroaltgeräte sollen auch dann zurückgenommen werden, wenn kein neues Gerät gekauft wird.

Der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Deutschen Bundestag hat am 17. Juni zahlreiche Experten zu einer Anhörung geladen, um ihre Einschätzung zu Details des von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurfs zur Novellierung des ElektroG abzugeben.  Das ElektroG regelt die Produktverantwortung der Hersteller. Der Handel unterstützt diese durch die Rücknahme von Elektroaltgeräten. 

Mit dem ElektroG soll die EU-Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte in deutsches Recht umgesetzt werden. Händler mit einer Verkaufsfläche ab 400 Quadratmetern für Elektro- und Elektronikgeräte sollen demnach künftig verpflichtet werden, Altgeräte beim Neukauf eines gleichwertigen Gerätes zurückzunehmen. Kleinere Geräte (Kantenlänge <25 cm) sollen die großen Händler auch ohne den Kauf eines entsprechenden Neugerätes zurücknehmen müssen. Diese Regel soll auch für Händler gelten, die ihre Waren ausschließlich online vertreiben. Die 400-Quadratmeter-Grenze gilt dann für die Lager- und Versandfläche. Unklar ist dabei noch, wie diese Händler die Rücknahme der Elektroaltgeräte konkret organisieren.

Kai Falk, Geschäftsführer Kommunikation und Nachhaltigkeit des Handelsverband Deutschland (HDE), der als einer von sieben Sachverständigen geladen war, bezog in der Anhörung Stellung zu den verschiedenen diskutierten Optionen. Er verdeutlichte, dass aus Sicht des Handels eine Kooperationen zwischen Online-Händlern und stationären Händlern bei der Einrichtung von Rücknahmepunkten zu begrüßen sei. Ebenso seien Rücksendemodelle unter Einbindung von Post- und Versanddienstleistern eine denkbare Option. Den Vorschlag, es Onlinehändlern zu ermöglichen, die kommunalen Wertstoffhöfe als Rückgabepunkte zu nutzen, wies Falk klar zurück. Dies würde die Gleichbehandlung der verschiedenen Vertriebswege untergraben. Stationären Händler könnten die kommunalen Wertstoffhöfe nicht als Rückgabepunkte nutzen, sondern müssten in den Filialen mit erheblichem Aufwand eigene Rücknahmesysteme etablieren.

Die abschließende Beratung und Verabschiedung des ElektroG im Plenum des Bundestages ist noch vor der Sommerpause geplant und wird somit voraussichtlich am 2./3. Juli stattfinden.

Mehr zu diesem Thema - und ein Interview mit der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Dr. Barbara Hendricks - auch im kommenden "Handelsbrief" der METRO GROUP. 

Stefanie Awe

Informationen zum Autor

Stefanie Awe ist als Referentin Nationale Politik im Konzernbüro Berlin der METRO tätig.