Diskutieren Sie mit!

Einloggen mit

oder

Anmelden

Neu registrieren

Wenn Sie noch kein Diskussionsteilnehmer sind, dann können Sie sich hier registrieren.

Unsere Kommentar- und Community-Richtlinien

Diese Plattform dient dem gemeinsamen Austausch. Die Kommentarfunktion soll eine sachliche Diskussion ermöglichen. Um dies zu gewährleisten, behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu löschen, die einer solchen Diskussion nicht förderlich sind und sich nicht auf die Beiträge beziehen. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung.
Weitere Informationen finden Sie in unseren Kommentar-Richtlinien.

Wie funktioniert die Supply Chain Initiative?

Einblicke

Die Supply Chain Initiative (SCI) bringt alle Akteure der Lebensmittelwirtschaft an einen Tisch. Ihr Ziel: faire Geschäftspraktiken entlang der Lieferkette. Derzeit untersucht die Europäische Kommission die Effektivität der SCI in einer Studie im Hinblick auf die Bekämpfung von so genannten unlauteren Geschäftspraktiken („Unfair Trading Practices“) entlang der Lebensmittellieferkette. Wie die SCI in der Praxis funktioniert erläutern wir hier auf dem Digitalen Hauptstadtbüro.

Produzenten, Lieferanten und der Handel müssen eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten, denn nur ein faires Miteinander aller Beteiligten entlang der Lieferkette sichert langfristig die Qualität von Produkten und die Kundenzufriedenheit. Für dieses Ziel steht die freiwillige Supply Chain Initiative ein, deren Grundstein im November 2011 gemeinsam von sieben europäischen Dachverbänden der Lebensmittelwirtschaft gelegt wurde. Die Initiative formulierte und verabschiedete zehn Grundprinzipien für faire Geschäftsbeziehungen. Im Januar 2013 einigten sich alle Beteiligten auf ein Rahmenkonzept zur Anwendung der Prinzipien. Seitdem sind der Supply Chain Initiative mehr als 1.000 Unternehmen der Lebensmittellieferkette beigetreten. Der Gedanke dahinter: Freiwillige, selbstverpflichtende Maßnahmen wirken effektiver und nachhaltiger als Gesetze.

Nationale Dialogplattformen zur Umsetzung

In den Mitgliedstaaten wurden und werden ergänzend nationale Dialogplattformen installiert, die im Falle von Konflikten Schlichtungsprozesse moderieren. Diese Plattformen haben unterschiedliche Strukturen und werden zum Teil von den nationalen Verbänden, die die Akteure der Lebensmittellieferkette repräsentieren, betreut. Die deutsche Dialogplattform, die im Mai 2013 gegründet wurde, befasst sich momentan mit der konkreten Um- und Durchsetzung der Supply Chain Initiative auf nationaler Ebene.

Die METRO GROUP gehört zu den Erstunterzeichnern der Initiative. Denn faire Bedingungen in der Lebensmittellieferkette in Europa sind für sie die Grundlage des internationalen Handels, in dem die Vertragsfreiheit respektiert wird und Wettbewerbsfähigkeit, gegenseitiges Vertrauen und langfristige Vertragsbeziehungen sichergestellt werden.

Die Initiative in der Praxis

Im Falle eines Konflikts setzen sich betroffene Unternehmen mit dem zuständigen Streitschlichtungsmanager der anderen Partei in Verbindung, um eine Lösung durch konstruktiven, bilateralen Dialog herbeizuführen.

Bild vergrößern

Alternativ können sie den Weg über die in mehreren Mitgliedsstaaten bereits existierenden nationalen Dialogplattformen wählen, die jeweils konkrete Mechanismen zur Moderation der Streitschlichtung zur Verfügung stellen.

Bild vergrößern

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass beide Parteien sich an einen unabhängigen Dritten wenden, damit der Konflikt entweder unverbindlich über eine Mediation oder verbindlich durch die Entscheidung eines Schiedsgerichts beigelegt wird. Diese Option kann jedoch nur dann angewendet werden, wenn beide Parteien mit einer solchen Lösung einverstanden sind.

Bild vergrößern

Gesetzgebung oder nicht?

Aktuell wird in Brüssel neu die Frage diskutiert, inwieweit eine gesetzliche Regulierung der Beziehungen in der Lebensmittelversorgungskette notwendig ist. Eine Studie im Auftrag der Europäischen Kommission untersucht derzeit, wie die Erfahrungen hinsichtlich fairer Geschäftspraktiken bei Teilnehmernund Nichtteilnehmern der Supply Chain Initiative sind. Die Bewertung der Kommission wird für frühestens Ende 2015 erwartet. In Abhängigkeit der Ergebnisse der Untersuchung haben die Europäischen Kommissare für Landwirtschaft, Phil Hogan, und den Binnenmarkt, Elzbieta Bienkowska, angekündigt, die Einführung entsprechender legislativer Maßnahmen in Erwägung zu ziehen.

Bild vergrößern

Dieser Artikel erschien auch im METRO GROUP Handelsbrief, Ausgabe 03/2015.

Julia Münch

Informationen zum Autor

Julia Münch ist als Referentin für westeuropäische und EU-Politik in der Konzernzentrale der METRO tätig.