Diskutieren Sie mit!

Einloggen mit

oder

Anmelden

Neu registrieren

Wenn Sie noch kein Diskussionsteilnehmer sind, dann können Sie sich hier registrieren.

Unsere Kommentar- und Community-Richtlinien

Diese Plattform dient dem gemeinsamen Austausch. Die Kommentarfunktion soll eine sachliche Diskussion ermöglichen. Um dies zu gewährleisten, behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu löschen, die einer solchen Diskussion nicht förderlich sind und sich nicht auf die Beiträge beziehen. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung.
Weitere Informationen finden Sie in unseren Kommentar-Richtlinien.

Fünf Fragen - Fünf Antworten

Geschmacksfrage mit ... Jochen Brühl

Mit der "Geschmacksfrage" stellen wir regelmäßig Akteure aus dem politischen Berlin vor und vermitteln so einen Eindruck von der Vielfältigkeit der Hauptstadtinteressen. Heute im Interview: Jochen Brühl, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V. (Die Tafel). Auch bei Facebook ist der Verband aktiv.

Bild vergrößern

METRO GROUP: Ein Gemüse, das Sie nur im Hochsommer essen?

Jochen Brühl: Im Sommer grille ich leidenschaftlich gerne mit der Familie und Freunden. Bei einem richtigen Barbecue dürfen natürlich Maiskolben mit Kräuter- oder Tomatenbutter nicht fehlen. Was ich auch empfehlen kann: eine pikante Chili-Marinade auf die goldbraunen Maiskolben zu streichen. Ein Genuss.

METRO GROUP: Auf was legen Sie Wert beim Kauf dieses Gemüses?

Jochen Brühl: Regional und saisonal zu kaufen– das ist mir beim Mais, aber auch bei anderen Lebensmitteln wichtig.

METRO GROUP: Der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. bekämpft nicht nur Hunger, sondern setzt sich auch für weniger Lebensmittelverschwendung ein. Welche Hemmnisse identifizieren Sie in Deutschland?

Jochen Brühl: Nach wie vor werden Lebensmittel einfach zu wenig wertgeschätzt. Jeder von uns wirft im Durchschnitt 82 kg Lebensmittel pro Jahr in den Müll. Das ist skandalös, erst recht wenn man bedenkt, dass die Armutsquote seit Jahren ansteigt. Deshalb fordern wir als Verband die Einführung eines Schulfachs Ernährungsbildung. Denn nur wer weiß, wie energieaufwendig Lebensmittel hergestellt werden, wer gelernt hat, wie Essen zubereitet wird, wer über die Haltbarkeit von Lebensmitteln unterrichtet wurde, der wird bewusst den Teller wählen, statt unachtsam die Tonne.

METRO GROUP: Nach Frankreich hat nun auch Italien ein Gesetz verabschiedet, mit dem es Supermärkten verbietet, Lebensmittel wegzuwerfen. Halten Sie diese Maßnahmen für zielführend?

Jochen Brühl: Einzig den Handel in die Pflicht zu nehmen, wäre Augenwischerei, denn der Großteil der Verschwendung fällt in Privathaushalten an. In Deutschland sind wir zudem längst einen Schritt weiter, denn nahezu alle Supermärkte und Discounter spenden seit Jahren Lebensmittel an die Tafeln.

METRO GROUP: Ihr nächster Termin heute?

Jochen Brühl: Als Vorsitzender habe ich die Ehre, vor Tafel-Bundesfreiwilligen einen Vortrag zum Thema Armut halten zu können. Ich bin schon jetzt gespannt auf die anschließende Diskussion mit den Beteiligten. Solche Termine sind auch nach Jahrzehnten der Tafelarbeit für mich etwas ganz besonders und sehr eindrücklich.

Der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. verbindet und unterstützt rund 900 lokale Tafeln und ist gleichzeitig deren Sprachrohr. Die gemeinnützigen Hilfsorganisationen verteilen Lebensmittel, welche im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verwendet werden und ansonsten vernichtet würden, an  Bedürftige. Mehr erfahren können Sie unter www.tafel.de.

Quelle Titelbild: Flickr Creative Commons - Foto by Oxfordian 

Bianca Maley

Informationen zum Autor

Bianca Maley ist als Referentin Nationale Politik im Konzernbüro Berlin der METRO tätig.