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"Der Mensch steht im Mittelpunkt der Wirtschaft und nicht nur der Profit"

Erzbischof Rainer Maria Woelki sprach auf der 16. Mittwochsgesellschaft

Gemeinsam mit dem Handelsverband Deutschland e.V. (HDE) und dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA) veranstaltet die METRO GROUP nach dem Vorbild der Berliner Salon-Kultur vier Mal im Jahr die „Berliner Mittwochsgesellschaft des Handels“.

Am 11. Dezember 2013 fand die 16. Berliner Mittwochsgesellschaft statt. Auf Einladung der METRO GROUP in Kooperation mit dem Handelsverband Deutschland (HDE) und dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA) diskutierten mehr als 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Atrium des Berliner Konzernbüros zum Thema "Armut und Überfluss – eine Diskussion nicht nur zur Weihnachtszeit". Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Berlin, sprach über den Konsum in unserer Gesellschaft, die Bedeutung von Mitgefühl und Teilhabe, um Armut zu begegnen und die Sicht der katholischen Kirche. Auch online auf der Homepage der Mittwochsgesellschaft und bei Twitter unter dem Hashtag #MGBER wurde im Vorfeld und während der Veranstaltung intensiv diskutiert.

Die Berliner Mittwochsgesellschaft soll als Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft dazu beitragen, unterschiedliche Perspektiven zu diskutieren und voneinander zu lernen. Mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki fand nun eine Stimme Gehör, die sich klar gegen die reine Konsumorientierung und Lebensmittelverschwendung ausspricht.

Grundsätzlich ist nichts gegen Überfluss einzuwenden

Als Erzbischof von Berlin ist Kardinal Woelki davon überzeugt, dass Überfluss zum günstigen Preis meist auf Kosten derer gehe, die die Waren unter schlechten Bedingungen produzierten. "Grundsätzlich ist nichts gegen Überfluss einzuwenden", die Frage sei jedoch, wie man alle Menschen daran teilhaben lassen könnte. Es sei kein akzeptabler Zustand, dass ein Teil der Gesellschaft profitiere, während andere am Rand keinen Zugang hätten, so Woelki. Auch die METRO GROUP, als eines der führenden Handelsunternehmen in Europa, versucht ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, so organisiert Galeria Kaufhof beispielsweise die Weihnachtsspendenaktion "Charity Baum", die auch der Kardinal als Beispiel für soziales Engagement nennt.

Angesprochen wurde auch, dass gerade die katholische Kirche in einer Debatte um Überfluss nicht frei von Kritik ist. Der Kardinal betonte aber den Ansatz von Papst Franziskus, der für eine Kirche im Dienste der Armen stehe. Leben im Überfluss, so glaub der Berliner Erzbischof, verstelle den Blick auf das Wesentliche: die Mitmenschen und aus christlicher Sicht auf Gott.  cbi:///cms/221778371

Beim Handel freut sich der Kardinal, dass „fair gehandelte Produkte ihr Schattendasein im Holzregal der Eine-Weltläden aufgegeben haben und auch im Discounter gefunden werden können“. Großen Applaus erntet der Redner, als er auf die Frage erklärte, ob Armut mit Geld bekämpft werden könne, dass sie „zunächst einmal mit Bildung“ bekämpft werden kann. Gleichzeitig fordert er persönliches und politisches Engagement, das die Nähe und Verbundenheit zu allen Mitmenschen zeige. Im Handel sieht der Kardinal einen Verbündeten im Kampf gegen Armut. „Sie können helfen, indem Sie Menschen mit einer zweifelhaften Sozialprognose zu einem Ausbildungsplatz verhelfen, oder für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie Sorge tragen“. Grundsätzlich, so der Kardinal, „müssen wir uns klar sein, dass das Geld zu dienen und nicht zu regieren hat und dass der Mensch im Mittelpunkt der Wirtschaft steht und nicht nur der Profit.“ cbi:///cms/221778375

Hier finden Sie die Zusammenfassung des Abends:

Raphael Neuner

Informationen zum Autor

Raphael Neuner leitet die Abteilung Nationale Politik. Er beschäftigt sich dabei vor allem mit gesellschaftlichen Entwicklungen und politischer Regulierung im Bereich des Handels.