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"Der mündige Verbraucher entspricht nur selten der Realität"

Die Thesen der 23. Mittwochsgesellschaft von Heiko Maas

Bild: Frank Nürnberger

Der Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas ist am 14. Oktober Gast der 23. Berliner Mittwochsgesellschaft des Handels. Seine Thesen zum Thema "Mündig, informiert, überfordert? Über Verbraucherbilder in der digitalen Welt" können Sie hier schon vorab einsehen und kommentieren. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag.

These 1

In der digitalen Welt haben sich die Informations-, Vergleichs- und Einkaufsmöglichkeiten für Verbraucherinnen und Verbraucher vervielfacht. Das bietet viele Chancen für neue Marktteilnehmer. Zugleich wachsen die Herausforderungen bei der Datensicherheit und der Selbstbestimmung über persönliche Daten.

These 2

Ob und wie sich Verbraucher informieren und wie sie Entscheidungen treffen, hängt von vielen Faktoren ab. Alter, Einkommen, Bildungsgrad, Erfahrungen können eine Rolle spielen. Den einen „Otto-Normalverbraucher“ gibt es nicht, deshalb liegen unserer Politik differenzierte Leitbilder zu Grunde. 

These 3

Der „mündige Verbraucher“, der stets bestens informiert entscheidet, ist ein schönes Ideal. Der Realität entspricht er nur selten. Verbraucherpolitik kann nur erfolgreich sein, wenn sie die Menschen so annimmt, wie sie sind, und nicht wie sie sein sollten. 

These 4

In der digitalen Welt gibt es immer weniger „mündige Verbraucher“. Technik und Datenströme sind kaum mehr zu überschauen. Die Entwicklung ist rasant, die Innovationszyklen werden immer kürzer. Die Fülle der verfügbaren Informationen erschwert den Durchblick. 

These 5

Eigenverantwortung und Eigendatenschutz fördert die Bundesregierung durch zielgerichtete Informationsangebote wie die Portale „Surfer haben Rechte“, mobilsicher.de oder „watch your web“.

These 6

Selbstbestimmung und Wahlfreiheit bei der Einwilligung in die Datennutzung wollen wir stärken. Statt eines Alles-oder-Nichts-Prinzips sollte es mehr Optionen und Alternativen geben; der Verbraucher muss die Freiheit haben, einzelnen Verwendungen seiner Daten zu widersprechen, ohne deswegen auf App/Dienstleistung verzichten zu müssen. 

These 7

Verbraucherrechte dürfen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern müssen auch durchgesetzt werden. Das liegt auch im Interesse eines fairen Wettbewerbs. Deshalb sollen Verbraucherorganisationen künftig Unterlassungsklagen erheben können, wenn Datenschutzbestimmungen zu Lasten von Verbrauchern verletzt werden. 

These 8

Für den Geschäftserfolg eines Unternehmens wird es immer stärker darauf ankommen, dass es mit Daten verantwortungsvoll umgeht. Je mehr Respekt Unternehmen im Umgang mit Kunden und ihren persönlichen Daten zeigen, desto weniger staatliche Regulierung ist erforderlich. 

Copyright Bild Maas: Frank Nürnberger

Raphael Neuner

Informationen zum Autor

Raphael Neuner leitet die Abteilung Nationale Politik. Er beschäftigt sich dabei vor allem mit gesellschaftlichen Entwicklungen und politischer Regulierung im Bereich des Handels.