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"Reibungslos, unsichtbar, sofort"

Forum Handel 4.0 diskutiert über die Zukunft des Bezahlens

Apple Pay, AliPay, Paydirekt – eine Vielzahl innovativer digitaler Bezahlsysteme hat in jüngster Zeit das Licht der Welt erblickt. Die Auswahl ist riesig, die Erfolgsaussichten schwer vorhersehbar. Der Handelsverband Deutschland hat die Zukunft des Bezahlens deshalb zum Thema seines Forums Handel 4.0 am 16. Mai gemacht. Dabei ging es um die Fragen: Wer hat das größte Potenzial? Welche Systeme können im deutschen Markt langfristig bestehen? Wo gelangen die Modelle an ihre regulatorischen Grenzen?

Eine Antwort auf die Frage, welches Bezahlsystem sich in Zukunft durchsetzten wird, gab es am Ende des Abends im Berliner Base Camp nicht. Klar war für die Experten von Alipay, dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, dem FinTech Traxpay, REWE Systems und dem Handelsverband Deutschland aber, wie der Bezahlvorgang in Zukunft funktionieren soll: schnell, reibungslos und möglichst unsichtbar. Die traditionellen Banken und FinTechs arbeiten derzeit unter Hochdruck an der Realisierung dieser Erwartung, die von Kunden und Handel gleichermaßen formuliert wird.

Eine wichtige Rahmenbedingung, die für alle Akteure dabei relevant ist, ist die Regelsetzung auf europäischer und nationaler Ebene. Die Experten verdeutlichten, dass die Umsetzung der zweiten europäischen Zahlungsdiensterichtlinie (PSD II) in den EU-Mitgliedsstaaten durch neue Authentifizierungspflichten bei Online-Zahlungen massive Veränderungen für Handel und Zahlungsdienstleister mit sich bringen wird. Es ist vorgesehen, dass Verbraucher bei Online-Zahlungen mit einem Transaktionswert von mehr als 30 Euro jeweils zwei von drei Merkmalen zur Authentifizierung kombinieren:

  • Wissen: etwas, das nur der Nutzer weiß (bspw. Passwort)
  • Besitz: etwas, das nur der Nutzer besitzt (bspw. Chip-Karte)
  • Inhärenz: etwas, das dem Nutzer persönlich bzw. körperlich zu eigen ist (bspw. Fingerabdruck)

Für den Online-Händler nimmt damit das Risiko zu, dass der Kunde den Bezahlvorgang abbricht, weil er nicht alle Merkmale tatsächlich verfügbar hat oder den Bezahlvorgang als zu kompliziert empfindet.

Die Zeit bei der Umsetzung der PSD II drängt: Ab dem 13. Januar 2018 müssen die neuen Vorschriften der PSD II in allen EU-Mitgliedsstaaten angewendet werden. Mit Spannung wird daher die Verabschiedung des PSD II Umsetzungsgesetzes im Bundestag erwartet – bis zur parlamentarischen Sommerpause bleiben dafür noch drei Sitzungswochen.

Stefanie Awe

Informationen zum Autor

Stefanie Awe ist als Leiterin Verbraucherpolitik im Berliner Konzernbüro der METRO tätig.