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Klimaschutzoffensive des Handels

Volle Kraft voraus für den Klimaschutz

Mit ihrer Klimaschutzoffensive zeigt die Handelsbranche, dass sie sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist und ihren Beitrag zum nationalen Klimaziel ernst nimmt.

Klimaziel des Handels

Am 17. April startete der Handelsverband (HDE)  in Berlin gemeinsam mit dem Think Tank adelphi, und gefördert durch das Bundesumweltministerium, die Klimaschutzoffensive des Handels. Seit 1990 hat der Handel seinen CO2 Ausstoß durch erhebliche Strom- und Energieeinsparungen bereits um 54 % verringert. Das nationale Klimaziel Deutschlands, welches eine Reduktion der Treibhausgase um 50 % bis 2030  vorsieht, macht allerdings weitere Anstrengungen notwendig. Die Klimaschutzoffensive des Handels hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, 300.000 Tonnen CO2 einzusparen. 

Der Handel ist so bedeutsam, weil er ein Multiplikator in die Bevölkerung hinein ist und für den Klimaschutz werben kann, sagte Bundesumweltminister a.D. Klaus Töpfer zu Beginn der Veranstaltung. 

Klimaziel und Klimaschutzinitiativen der METRO

Olaf Schulze, Direktor Energiemanagement bei der METRO, berichtete im Rahmen der Veranstaltung von den Klimazielen der METRO und Best-Practice Beispielen.  Auch die METRO hat sich ehrgeizige  eigene Klimaziele gesetzt und peilt eine CO2 Reduktion um 50 % pro qm² Verkaufsfläche bis 2030 gegenüber 2011 an. In den letzten sieben Jahren konnte bereits eine Reduktion um 20 % pro qm² Verkaufsfläche erreicht werden. Im Dezember 2017 hat METRO außerdem als eines von 54 Unternehmen die Klimaschutzinitiative der Stiftung 2° unterschrieben. Darin wurden branchenübergreifend Forderungen an die G20 Staaten zum Klimaschutz formuliert.

Im Fokus der Vorhaben  der METRO stehen vor allem Einsparpotenziale beim Energieverbrauch in den Filialen und bei den Händlern vor Ort. Durch intelligente Energiemanagementsysteme, moderne LED-Beleuchtung, den Einsatz von Photovoltaikanlagen und die Nutzung geschlossener Kühlregale, kann der Energieverbrauch in den Märkten signifikant reduziert werden und gleichzeitig klimaschädliche Emissionen vermieden und Kosten eingespart werden. Auch alternative Antriebstechnologien für das Belieferungsgeschäft werden erprobt.

Nullenergie-Großmarkt METRO St.Pölten

Der Nullenergie-Großmarkt von METRO Cash&Carry in St.Pölten bei Wien ist ein gutes Beispiel für den konsequenten Einsatz solcher Maßnahmen. Im Oktober 2017 eröffnet, verbraucht dieser durch den Einsatz von Tageslicht, Holzbauweise, natürlicher Belüftung, und der Aufbereitung des Warmwassers aus Abwärme der Kälteanlage und einigen Maßnahmen mehr ca. 60 % weniger Energie. Zusätzlich erstreckt sich auf dem Dach eine 9.000 m² große  Photovoltaikanlage, die jährlich 1.100 MW Strom produziert, (ca. 60% weniger als bei einem vergleichbaren Gebäude) und damit energieautark ist. Außerdem ist der Markt, von der Konstruktion, über die Fassade und dem Dach aus Holz - 2.250 m3 Massivholz und zusätzlich 600 m3 Holzplattenmaterialien wurden insgesamt verbaut. Das senkt die Betriebskosten über den Lebenszyklus eines solchen Gebäudes entscheidend.

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Mit der nächsten Store-Generation werden wir durch Fassaden- und Dachnutzung von Photovoltaikanlagen noch weiter gehen und sogar einen Netto-Energieüberschuss erzielen können, so Olaf Schulze, Direktor Energiemanagement bei der METRO AG.  

Vielfältige Anstrengungen des Handels

Den vielfältigen Anstrengungen des Handels, einen Beitrag zum nationalen Klimaziel zu leisten, stehen große Ungleichheiten bei der Belastung in diesem Bereich gegenüber. Obwohl der Handel nur für 6 % des deutschlandweiten Stromverbrauchs verantwortlich ist, schultert er 10 % Prozent der Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Gleichzeitig sollten auch Ausnahmeregelungen der Industrie, insbesondere die Befreiung der Netzentgelte hinterfragt werden.  Durch eine entsprechende Neugestaltung der Stromsteuer, Eigenverbrauchsregelungen sowie der Netzentgeltbefreiungen können Handel und Verbraucher um 5,2 Mrd. Euro entlastet werden.  

Industrieprivilegien, wie die Besondere Ausgleichsregelung, sollten steuerfinanziert sein und aus dem Bundeshaushalt kommen, sagt Jan-Oliver Heidrich (Vorsitzender HDE-Energieausschuss und EHA Geschäftsführer)

Sinnvolle Instrumente für die Energiewende

Ein sinnvolles Instrument für den Klimaschutz und die Neugestaltung der Energiewende ist insbesondere ein einheitlicher CO2-Preis anstelle der EEG-Umlage. Dieser kann eine nachhaltige Lenkungswirkung für mehr Klimaschutz entwickeln und die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz für die Energiewende erhöhen, da jedes Gramm Kohlendioxid den gleichen Preis hätte, egal wo es emittiert wird. Mit der Einführung eines einheitlichen CO2 Preises wäre auch der nächste Schritt getan und eine faire und effiziente Sektorenkopplung von Strom, Wärme und Verkehr eingeführt.  

Andrea-Louise Müller

Informationen zum Autor

Andrea-Louise Müller ist als Leiterin Volkswirtschaftliche Analysen im Berliner Konzernbüro der METRO tätig.