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Plastiktüte ade!

Politik und Handel beschließen Initiative zur Einsparung von Plastiktüten

Selbstverpflichtung zur Einsparung von Plastiktüten ist unterschrieben - Handelsvertreter und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks unterzeichneten heute eine freiwillige Vereinbarung zur Verringerung des Plastiktütenverbrauchs.

Indem die Tragetaschen künftig nur noch gegen eine Gebühr abgegeben werden, soll der jährliche Verbrauch bis 2020 auf 90 bzw. bis 2026 auf 40 Plastiktüten pro Person im Jahr reduziert werden. Die Selbstverpflichtung wurde von mehr als 260 deutschen Unternehmen unterschrieben und gilt ab dem ersten Juli. Sie resultiert aus der Verschärfung der Verpackungsrichtlinie, die 2015 von der EU beschlossen wurde, und ist ein wichtiger Schritt, um die gesetzten Ziele zu erreichen.  

Die Initiative steht auch im Kontext des Aktionsplans der G7-Staaten zur Bekämpfung der Verschmutzung der Meere. Der Handel hat sich im Zuge der Initiative verpflichtet, jährlich einen unabhängigen Monitoring-Bericht zum Erfolg seiner Maßnahmen vorzulegen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hierzu:

"Wir werden genau hinschauen, wie gut die Vereinbarung umgesetzt wird. Spätestens nach zwei Jahren muss gewährleistet sein, dass mindestens 80 Prozent der gehandelten Tüten, nur noch gegen ein Entgelt abgegeben werden."

Mit einem aktuellen Prokopfverbrauch von 71 Stück liegt Deutschland zwar unter dem EU-Durchschnitt, spielt aber dennoch eine wesentliche Rolle beim europäischen Gesamtverbrauch. Zu den heutigen Unterzeichnern der Vereinbarung zählen auch Media Markt und Saturn. Hier werden bereits seit Jahresanfang Plastiktüten nur noch auf Nachfrage und gegen Gebühr an Kunden abgegeben und das mit deutlichem Erfolg: „Wir konnten den Tüten-Verbrauch um mehr als 80 Prozent reduzieren und auch das Feedback unserer Kunden war sehr positiv“, berichtet eine Unternehmenssprecherin der Media-Saturn-Holding. Über die Höhe des Tüten-Entgelts entscheiden die Händler aus kartellrechtlichen Gründen individuell, je nach Markt und Tütengröße variieren die Preise zwischen fünf und 50 Cent.
Dass die Verbraucher auf der Seite der gemeinsamen Maßnahme von Handel und Bundesumweltministerium (BMUB) stehen, zeigt auch eine Umfrage von YouGov:

Die Branche hat mit der Selbstverpflichtung ihren politischen Willen bekräftigt. Da der Einzelhandel aber nur zwei Drittel aller Tüten bedingt, sei es darüber hinaus entscheidend, dass weitere Branchen die Vereinbarung unterzeichneten, so HDE-Präsident Josef Sanktjohanser.

Um die negativen Umweltwirkungen zu minimieren, arbeiten alle Vertriebslinien der METRO GROUP schon lange daran, Tragetaschen nachhaltiger zu gestalten. Die Selbstverpflichtung appelliert aber vor allem an das Bewusstsein der Verbraucher, denn der Schlüssel liegt in der Mehrfachbenutzung sämtlicher Tragetaschen. So haben Baumwolltaschen ab der zwanzigsten Verwendung eine bessere Ökobilanz als die Plastiktüte – aber nur, wenn man sie auch 20 Mal benutzt. (Die Ökobilanzen unterschiedlicher Tragetaschen nachzulesen im Handelsbrief 03/2014). Saturn klärt seine Kunden zusätzlich in Zusammenarbeit mit Utopia.de im Rahmen einer Infokampagne zu einem verantwortungsvollen Konsum von Plastiktüten auf. Denn eine Selbstverpflichtung allein bringt noch kein besseres Umweltbewusstsein beim Verbraucher.

Titelbild Creative Commons, Bild von Keng Susumpow

Bianca Maley

Informationen zum Autor

Bianca Maley arbeitet im Bereich Konzernkommunikation und Politik in Düsseldorf und war von April 2016 bis Dezember 2017 als Referentin im Konzernbüro Berlin der METRO tätig.