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Innovationen im Kampf gegen Foodwaste

METRO und tsenso starten Testphase für „Frische-Index“

Um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, testen das Start-up tsenso und METRO eine Alternative zum Mindesthaltbarkeitsdatum.  

Lebensmittelverschwendung ist ein drängendes und paradoxes Problem der Gegenwart. Während laut der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) weltweit ca. 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel pro Jahr verloren gehen oder verschwendet werden, leidet jeder Dritte weltweit an Mangelernährung und mehr als 800 Millionen Menschen müssen hungern. Um dieser Herausforderung zu begegnen, wurde die Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung in die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen aufgenommen.

„Nachhaltiges Entwicklungsziel 12.3: Bis 2030 die weltweite Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernteverlusten verringern.“

Kooperationen für gemeinsames Ziel

METRO hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 im eigenen Geschäftsbetrieb die Lebensmittelverluste um 50% im Vergleich zum Jahr 2016 zu reduzieren. Um dies zu erreichen, optimiert METRO konstant Prozesse im eigenen Warenmanagement und arbeitet mit Tafel Deutschland e.V. sowie Initiativen wie „Zu gut für die Tonne“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zusammen. Darüber hinaus liefern Kooperationen mit Start-ups wie SirPlus, das ein Outlet für Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum betreibt, einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelverlusten.

„Frische-Index“ als Alternative zum Mindesthaltbarkeitsdatum?

Gemeinsam mit dem Start-up tsenso geht METRO einen neuen Weg in der Vermeidung von Lebensmittelabfällen und testet den von tsenso entwickelten „Frische-Index“ – eine Art Echtzeit-Haltbarkeitsdatum für Lebensmittel. Er liefert einen neuen Anhaltspunkt  für die Frische der Lebensmittel und hat aus Sicht der Start-up Gründer das Potential, langfristig das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zu ersetzen. Die Idee des Frische-Index: Die Temperaturdaten entlang der gesamten Lieferkette werden gesammelt und in einer Cloud zentral verknüpft. So entsteht ein kompletter Temperatur-Lebenslauf der Produkte – vom Produzenten bis zur Distribution und langfristig bis in den heimischen Kühlschrank. Tsenso plausibilisiert und veredelt diese Daten durch eine Simulation der mikrobiologischen Zerfallsprozesse. Das Ergebnis ist der Frische-Index, der eine zuverlässige Aussage über den aktuellen Zustand der Produkte hinsichtlich der optischen, geschmacklichen und hygienischen Frische und deren verbleibende Haltbarkeit ermöglicht.

Damit setzt tsenso an einem der Schwachpunkte des Mindesthaltbarkeitsdatums an. Das MHD gibt nur an, bis zu welchem Zeitpunkt das Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften, wie Frische, Farbe, Geruch, Geschmack, Konsistenz etc. behält. Lebensmittel können auch über dieses Datum hinaus genießbar und gesundheitlich unbedenklich sein, landen aber häufig mit Ablauf des MHD im Müll. Diese vermeidbaren Lebensmittelverluste möchte tsenso mit seiner Lösung angehen.

Testphase bei METRO Cash & Carry ab Herbst 2018

Wie viele Tage ein sicherer Verzehr von Lebensmitteln über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus zuverlässig möglich ist, kann im Detail nur in Praxistests ermittelt werden. Diese starten tsenso und METRO Cash & Carry Deutschland im Herbst 2018 am Beispiel Schweinefleisch. Basis dafür sind die Hygienedaten der Hersteller und die tatsächlich gemessenen Lagerbedingungen. Nach erfolgter Testphase und Auswertung des Frische-Index wird über die Implementierung und Ausweitung auf weitere Produkte Ende 2019 entschieden.

Starke Partner des Pilotprojekts

Das Start-up tsenso ist Alumnus des METRO Accelerator powered by Techstars,  der sich zum Ziel gesetzt hat, innovative Start-ups aus der Hospitality und Retail Branche durch intensive Betreuung von Mentoren und den Zugang zu Partnern erfolgreich weiterzuentwickeln.

Wir wollten unbedingt in das METRO Accelerator Programm, da wir dadurch direkt mit dem Handel in Kontakt kamen. Das war entscheidend für unseren weiteren Erfolg, denn so kann man die Relevanz der Lösungen ganz anders testen. Drei Monate lang das Accelerator Programm zu durchlaufen, war eine harte, aber intensive Zeit. (…) Wir haben ein breites Netzwerk an unterstützenden Unternehmen aufgebaut und sind nun dabei, den Fresh Index im ersten Schritt für die Lieferkette von Schweinefleisch bei METRO Cash & Carry Deutschland zu qualifizieren. 

Dr. Matthias Brunner, Gründer und Geschäftsführer von tsenso

Das Pilotprojekt zwischen METRO und tsenso wird von starken Partnern unterstützt und gemeinsam mit ihnen durchgeführt, dazu gehören: arconsis IT-Solutions GmbH, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Universität Bonn, GS1 Germany und bwcon e.V. sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), welches das Vorhaben mit etwa einer Million Euro fördert.

Mehr zu den Anstrengungen der METRO Lebensmittelverluste und -verschwendung auf allen Stufen der Wertschöpfungskette zu reduzieren, finden Sie in unserem Corporate Responsibility Report. Weiterführende Informationen zur Kooperation zwischen tsenso und METRO können Sie auch hier abrufen.  

Stefanie Awe

Informationen zum Autor

Stefanie Awe ist als Leiterin Verbraucherpolitik im Berliner Konzernbüro der METRO tätig.