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"Die besten Lebensmittel produziert die Natur"

Das Gute essen... mit Dr. Barbara Hendricks

Was ist für Sie "das Gute essen"? Das fragen wir regelmäßig interessante Menschen aus Politik und Gesellschaft. Dieses Mal: Dr. Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Frau Dr. Hendricks, worauf achten Sie, wenn Sie Lebensmittel einkaufen?

Auf Produkte aus der Region und die aktuelle Jahreszeit. Das schmeckt gut und der Einkauf ist umweltfreundlicher. Geschmack und Preis haben nichts von langen Transportwegen, Lagerung und viel Verpackungsmaterial.

Was ist für Sie "das Gute essen"?

Die besten Lebensmittel produziert die Natur. Ohne Zusatzstoffe schmeckt es am besten. Und unsere Gesundheit profitiert von natürlichen, nährstoffreichen Lebensmitteln – gutes Essen ist aktive Krankheitsvorsorge.

Kochen Sie gerne? Wenn ja – was?

Ich bin nicht gerade eine Sterneköchin. Beim Kochen bin ich eher diejenige, die mit Schneiden, Schälen und Waschen beauftragt wird. In der Woche gibt es bei uns meist unkomplizierte Gerichte, quer durch den Garten. Das heißt wenige, aber gute Zutaten. Ab und zu machen wir auch größere Essen mit viel Aufwand – zum Beispiel etwas Französisches.

Das Verhalten von Handel und Lebensmittelindustrie hat Auswirkungen auf die Umwelt – bei Produktion, Verpackung, Logistik, Recycling. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Wir müssen wegkommen von dem Gedanken, dass etwas in den Müll kommt – und das war es dann. Abfall ist das Ende des einen Prozesses und gleichzeitig Ausgangspunkt für einen neuen. Das heißt Kreislaufwirtschaft. Damit stärken wir wirtschaftliches Wachstum und die Umwelt.

Und was hat sich spürbar verbessert in den vergangenen Jahren?

Die Kunden sind viel interessierter, sie haben ihre Macht entdeckt. Mit ihren Kaufgewohnheiten beeinflussen und steuern sie Prozesse mit. Damit steigt das Angebot an nachhaltigen und fairen Produkten. Eine sehr schöne Tendenz.

Angesichts des harten Wettbewerbs im Handel sind faire Rahmenbedingungen wichtig. Eine Rücknahmepflicht im geplanten „ElektroG“ soll für stationäre und Distanzhändler gleichermaßen gelten. Bleibt es bei einer wirklichen Rücknahmepflicht auch für Online-Händler?

In jedem Elektrogerät, auch in alten und kaputten, befinden sich viele Wertstoffe. Häufig aber auch Schadstoffe, die entsorgt werden müssen. Daher wollen wir ein neues „ElektroG“ mit einer Rücknahmepflicht für alle Händler, online und stationär, bei einer Verkaufsfläche von über 400 m². Die Beratungen im Parlament laufen noch. Der Online-Handel hätte dabei unterschiedliche Möglichkeiten. Denkbar sind Kooperationen mit dem stationären Handel oder Rücksendemöglichkeiten für die Kunden.

Das Duale System in Deutschland hat in den vergangenen Jahren vorbildliche Verwertungsquoten erreicht. Der Handel hat es 2014 kurzfristig gestützt, um es zu erhalten. Nun müssen Schlupflöcher geschlossen und gültige, transparente Regeln geschaffen werden: Wie wird das BMUB dafür sorgen?

Wir zählen zu den EU-Ländern, die am meisten Verpackungen recyceln. Durch eine Änderung der Verpackungsverordnung haben wir Schlupflöcher geschlossen. Das hat den zeitweiligen Missbrauch des Systems durch einige Unternehmen unterbunden und sichert haushaltsnahe Erfassung von Verpackungsabfällen. Durch ein Wertstoffgesetz sollen der faire Wettbewerb nochmals gestärkt und noch mehr Wertstoffe recycelt werden.

Das Interview erscheint auch im Handelsbrief 2/2015 der METRO GROUP.

Bildnachweis:
Titelbild: BMUB / Harald Franzen