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"Ich nehme den Handel als sehr energieeffizient wahr"

Das Gute essen mit... Günther Oettinger

Was ist für Sie "das Gute essen"? Das fragen wir regelmäßig interessante Menschen aus Politik und Gesellschaft. Dieses Mal: Günther Oettinger, EU-Kommissar. 

Herr Oettinger, kochen Sie selbst?

Ich koche gerne selbst - leider nicht so oft, weil ich meistens abends auf Veranstaltungen bin. Aber Sonntags oder im Urlaub koche ich gern, z. B. Pfannengerichte: Kurzgebratenes, Gemüse, Hackfleisch oder Kalbsgeschnetzeltes.

Passt dazu auch ein Trollinger?

Den serviere ich gerne meinen Freunden, denn er ist ein besonderer Wein. Er passt, gut gekühlt, aber eher zu einem sommerlichen Wurstsalat. Für andere Speisen empfehle ich einen etwas schwereren Wein wie einen Lemberger.

Was ist Ihnen beim Lebensmitteleinkauf besonders wichtig?

Ich kaufe gerne ein und lasse mich dabei anregen. Es gibt einen kleinen Einkaufszettel mit den üblichen Produkten wie Butter aber ansonsten schaue ich mich gerne um, kaufe vor allem frische Salate und Gemüse ein.

Sie sind als EU-Kommissar viel in Europa unterwegs – beobachten Sie Unterschiede im Konsumentenverhalten zwischen Deutschen und ihren europäischen Nachbarn?

Ich arbeite ja nun in Brüssel und was mir auffällt: Die Belgier legen großen Wert auf gutes Essen und gutes Trinken – und weniger auf ihre Autos und andere Sachen. Die Wertschätzung von Lebensmitteln ist dort eine andere: Gutes Fleisch und guter Fisch werden auch zu gehobenen Preisen gekauft. 

Wir beobachten als Händler einen Trend zu mehr Regionalität - wie ist das mit dem Europäischen Binnenmarktgedanken vereinbar?

Das passt gut zusammen, denn Regionen sind der Kern Europas. Ein Bürger aus Kehl begreift auch Straßburg als Teil seiner Heimatregion. Für mich ist klar: Regionale Herkunft ist europäische Herkunft.

Der Handel ist einer der größten Stromabnehmer in der Wirtschaft. Bislang setzen wir zur Reduzierung der Energiekosten vor allem auf Energieeffizienz. Was raten Sie uns für die Zukunft?

Ich nehme den Handel als sehr energieeffizient wahr, insbesondere wenn ich mir die Geschäfte anschaue, die ich als Verbraucher besuche. Da wurde viel gemacht, um Energie zu sparen. Trotzdem bleibt ein relativ hoher Energiebedarf: Frische ist wichtig, funktionierende Kühlketten auch. Vor diesem Hintergrund macht mir der hohe Strompreis in Deutschland Sorge. Er gehört zu den höchsten der
Welt, weitere Steigerungen sind absehbar. Das kann der Handel nicht so einfach an seine Kunden weitergeben. Strompreissteigerungen senken also tendenziell die Marge. Das ist eine schwierige Entwicklung.

Was naschen Sie, wenn Sie schnell neue Energie brauchen?

Ich nasche gerne Schokolade mit Marzipan. Und hier in Brüssel gibt es natürlich Pralinen, die zu Recht einen hervorragenden Ruf haben.

Hat sich Ihr Europabild durch die Tätigkeit als EU-Kommissar verändert?

Als Baden-Württemberger hat man natürlich viel mit seinen europäischen Nachbarn zu tun - auch durch die starke Exportwirtschaft des Landes. Insofern war Europa für mich nicht neu. Was neu ist: Heute erlebe ich Europa durch die tägliche Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen - und ihren Muttersprachen. Und die klappt.

Das Interview erschien zuerst im Handelsbrief 2/2014 der METRO GROUP. Günther Oettinger war zum damaligen Zeitpunkt EU-Kommissar für Energie. Heute ist er EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft. 

Bildnachweis:
Titelbild: European Union, 2015