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"Gutes und gesundes Essen ist mir wichtig."

Das Gute essen...mit Ilse Aigner

Was ist für Sie "das Gute essen"? Das fragen wir regelmäßig interessante Menschen aus Politik und Gesellschaft. Dieses Mal: Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Der Skandal um falsch deklarierte Produkte mit Pferdefleisch hat in ganz Europa Verbraucher verunsichert. Was erwarten Sie vom Handel?

Jeder Pizzabäcker weiß, welche Zutaten er verarbeitet. Auch große Konzerne, die unsere ganze Republik beliefern, müssen jederzeit wissen, was drin ist in ihren Produkten und woher sie kommen. Der Handel ist verpflichtet zur Qualitätssicherung und voll verantwortlich gerade auch für seine Eigenmarken. Das sind klare Vorschriften. Ich verlange ein Umdenken von denen, denen der Preiskampf über alles geht und die Herkunft von Lebensmitteln im Zweifel egal ist.

Warum setzen Sie sich in Brüssel für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung ein?

Ich will mehr Transparenz für die Verbraucher – und zwar mithilfe einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für alle 27 Staaten der EU. Erste Eckpunkte haben wir in Brüssel bereits besprochen. Zunächst sollen Fleischprodukte besser gekennzeichnet werden. Die Umsetzung einer europaweiten Kennzeichnung war bisher nicht möglich, weil kein klares Konzept auf dem Tisch lag. Die EU-Kommission hat uns zugesagt, ihre Arbeiten zu beschleunigen, sodass noch in diesem Jahr entscheidende Weichen gestellt werden können.

Welchen Stellenwert hat gutes Essen für Sie?

Gutes und gesundes Essen ist mir wichtig. Leider habe ich einen vollen Terminkalender und bin ständig unterwegs – da bleibt der Genuss oft auf der Strecke. Aber wenn ich mal Zeit zum Kochen habe, genieße ich das sehr. Ich kaufe regional und saisonal ein und liebe die bayerische Küche. Kennen Sie „Semmelschmarrn“ oder „Breznsuppe“? Einfache, aber leckere Gerichte, die sich zugleich noch gut zur Resteverwertung eignen.

Sie haben vor einem Jahr eine Initiative gegen Lebensmittelverschwendung gestartet. Ihre erste Bilanz?

Mit unserer Kampagne „Zu gut fürdie Tonne!“ haben wir eine Vielzahl von Aktivitäten in ganz Deutschland ausgelöst: Kirchen, Tafeln, Schulen, Krankenhäuser, Handel, Gastronomie, Industrie und viele weitere Partner haben sich dem Bündnis gegen Lebensmittelverschwendung angeschlossen. Die Resonanz ist überwältigend. Ich freue mich besonders über die vielen positiven Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern – von politischen Anregungen bis hin zu kreativen Reste-Rezepten.

Das Interview erschien zuerst im Handelsbrief 1/2013 der METRO GROUP. Ilse Aigner war zum damaligen Zeitpunkt Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Heute ist sie Vizeministerpräsidentin von Bayern und Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft, Medien, Energie und Technologie.

Bildnachweis:
Titelbild: www.ilse-aigner.de