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"Essen beinhaltet nicht nur Genuss, sondern auch Verantwortung für unsere Umwelt."

Das Gute essen mit... Roman Müller-Böhm (MdB)

Roman Müller-Böhm (FDP) ist der jüngste Abgeordnete des neuen Bundestages. Wir sprachen mit dem Oberhausener über „das Gute essen“ und seine Ziele für die Legislaturperiode.

Currywurst oder Italiener?

Roman Müller-Böhm: Als Ruhrpottler bevorzuge ich natürlich die Currywurst, allerdings unterscheidet sich die Berliner Currywurst stark von der, die ich gewohnt bin. Wichtig ist mir, dass die Qualität und Verarbeitung der Produkte stimmen. Auch Regionalität und vernünftige Standards in der Tierhaltung sind mir wichtig. Essen beinhaltet nicht nur Genuss, sondern auch Verantwortung für unsere Umwelt. 

Sie haben einen langen und erfolgreichen Wahlkampf hinter sich. Wie haben Sie sich fit gehalten und welche Rolle spielte dabei die Ernährung?

Roman Müller-Böhm: Im Wahlkampf kommt der Anspruch an gesundes Essen leider zu kurz, da zwischen den vielen Terminen nur wenig Zeit für Essen und Sport bleibt. Die Priorität liegt eher auf schnellem, als auf gesundem Essen. Mittlerweile achte ich aber wieder darauf, dass ich mich gesund ernähre und Zeit für Bewegung bleibt. Neben den vielen Stunden im Parlament oder im Büro haben mein Team und ich uns zu gemeinsamem Sport verabredet, und in den Mittagspausen versuchen wir, ausgewogen zu essen, auch wenn das nicht immer gelingt. 

Sie sind erstmals in den Bundestag eingezogen, Teil einer neuen Fraktion und könnten gleich Regierungsverantwortung übernehmen. Welche Akzente möchten Sie in den kommenden vier Jahren setzen? 

Roman Müller-Böhm: Zuerst gilt: Die FDP tritt nur in eine Regierung ein, wenn die liberale Handschrift im Koalitionsvertrag deutlich zu erkennen ist. Das ist unsere Lehre aus den Jahren 2009 bis 2013, die wir nie vergessen dürfen und werden. Wir haben zehn Trendwenden auf unserem Bundesparteitag beschlossen, in denen wir unseren Gestaltungswillen für Deutschland an liberalen Kernthemen verdeutlichen. Das sind zum Beispiel die Forderung nach weltbester Bildung, einem durchsetzungsfähigen Rechtsstaat, einem liberalen Einwanderungsgesetz, sowie der Glaube an die Digitalisierung als Chance und die Vision einer vernünftigen Energiepolitik.

Mit aktuell 24 Jahren sind Sie der jüngste Abgeordnete des 19. Deutschen Bundestages. Gibt es Themen der jungen Generation, die Ihnen besonders am Herzen liegen?

Roman Müller-Böhm: Wir jungen Menschen sind von Entscheidungen der Politik am längsten betroffen, daher ist mir Generationengerechtigkeit ein Herzensanliegen. Das beziehe ich auf das Rentensystem, das schon jetzt die Versorgung der jungen Generation im Alter nicht mehr sicherstellen kann, und auf den Umgang mit natürlichen Ressourcen. Umweltpolitik war schon immer ein urliberales Thema, nicht erst seit Hans-Dietrich Genscher das Umweltbundesamt gründete.

Die Digitalisierung ist eine der größten Zukunftschancen für Deutschland. Was muss geschehen, damit Wirtschaft und Bürger diese Chancen auch wahrnehmen können?

Roman Müller-Böhm: Die Digitalisierung ist neben der Umweltpolitik meine größte Leidenschaft. Sie erleichtert nicht nur das Leben, sie spart auch Zeit und Kosten. Deshalb arbeitet mein Büro komplett digital. Aus Verantwortung gegenüber der Umwelt und dem Geld des Steuerzahlers. Damit Wirtschaft und Bürger die Digitalisierung nutzen können, sind zwei Dinge zu realisieren. Wir brauchen ein schnelles Internet, mobil wie stationär, in Haushalten wie Unternehmen, damit Deutschland weiter als Wirtschaftsstandort bestehen kann und als Lebensort interessant bleibt. Und: Der Staat muss mit gutem Beispiel vorangehen und die Verwaltung digitalisieren. Ich träume vom digitalen Bürgeramt, in dem man von zu Hause seine Anträge einreichen kann, wie es in vielen anderen Ländern bereits Standard ist.

Das Interview erschien auch im Handelsbrief 03/2017.

Bildnachweis: Roman Müller-Böhm