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„Wir probieren das jetzt einfach mal aus“

Schwerpunkt zum Thema Vielfalt und Inklusion, Ausgabe 02/ Juni 2015

Vielfalt im Handel hat viele verschiedene Gesichter und Formen: Von Verkäuferinnen im Rollstuhl und altersgemischten Teams bei Galeria Kaufhof bis zum Fachmann für „Mediterrane Gastronomie" mit italienischen Wurzeln bei METRO Cash & Carry Deutschland. Im ersten Teil des Artikels haben wir gezeigt, wie Unternehmen die Gesellschaft mit einer vielfältigen Mitarbeiterstruktur spiegeln. Im zweiten Abschnitt stellen wir nun einige praktische Beispiele vor.

Behinderung

Bei der Quote behinderter Mitarbeiter liegt die METRO GROUP deutlich oberhalb der gesetzlich geforderten fünf Prozent und setzt sich besonders für den dauerhaften Erhalt von Ausbildungsplätzen für behinderte Menschen ein: So beteiligen sich die Vertriebslinien bereits seit 2007 am Projekt „Verzahnte Ausbildung mit Berufsbildungswerken“ der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke. Auf eine theoretische Phase im Bildungswerk folgt dabei ein einjähriger Einsatz im Markt inklusive Berufsschul- und Förderunterricht.

Thorsten Klingelberg, Geschäftsleiter im Real Hannover-Linden, ist von dem Modell überzeugt und bildet regelmäßig Jugendliche im Rahmen der verzahnten Ausbildung aus: „Für uns ist grundsätzlich jeder Auszubildende eine Aufgabe, ob mit oder ohne Behinderung. Die individuelle Förderung steht bei uns im Mittelpunkt.“

Auch GALERIA Kaufhof engagiert sich im Projekt „Verzahnte Ausbildung“ und kooperiert seit Juli 2014 zudem mit den Berufsförderungswerken, um Menschen, die ihren Job nicht mehr ausüben können, die Rückkehr ins Arbeitsleben zu ermöglichen. Die Teilnehmer des Programms absolvieren den praktischen Teil ihrer Umschulung zum Einzelhandelskaufmann beziehungsweise zur Einzelhandelskauffrau in den GALERIA-Kaufhof-Warenhäusern.

Ein besonderes Beispiel für Einbeziehung von Mitarbeitern mit körperlicher Einschränkung ist die Filiale von GALERIA Kaufhof in Wiesbaden: Zwei der Verkäuferinnen auf der Fläche sitzen im Rollstuhl – bislang noch recht untypisch in der Handelslandschaft. Geschäftsleiter Karsten Sinnig war bei der Einstellung der Verkäuferinnen deshalb auch mit einigen Vorbehalten konfrontiert. Aber er ließ sich nicht von seinem Vorhaben abbringen – für ihn war klar: „Wir probieren das jetzt einfach mal aus." Sinnig lebt damit das vor, was nötig ist, damit Einbeziehung gelingt: die Bereitschaft, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter einzugehen und individuelle, manchmal auch unkonventionelle Lösungen zu finden.

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Geschlecht

Die Förderung der beruflichen Chancengleichheit von Männern und Frauen stand bei der METRO GROUP schon lange vor der Einführung einer gesetzlichen Frauenquote weit oben auf der Agenda. Daher hatte sich die METRO GROUP bereits 2011 – gemeinsam mit weiteren börsennotierten deutschen Unternehmen – freiwillig dazu verpflichtet, den Anteil von Frauen auf den Führungsebenen eins bis drei weiter auszubauen. Derzeit beträgt der Anteil von Frauen, die bei der METRO GROUP auf diesen Ebenen arbeiten, 18,5 Prozent. Bis zum Jahr 2017 soll dieser Anteil deutlich ansteigen – konzernweit auf 25 Prozent. Diese Zielvorgaben umfassen nicht nur die deutschen Vertriebslinien, sondern auch die METRO Cash & Carry-Länder weltweit.

Ein konkreter Ansatzpunkt zur Förderung von Vielfalt und Chancengleichheit ist auch das 2013 von METRO-Mitarbeitern gegründete Netzwerk Women in Trade (WIT). WIT möchte dazu beitragen, den Anteil von Frauen in Führungspositionen nachhaltig zu steigern, den internen und externen Dialog zu fördern und bessere Rahmenbedingungen für Frauen im Konzern zu schaffen.

Ein Thema, das eine wichtige Rolle spielt, um die Chancengleichheit der Geschlechter zu gewährleisten, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In allen Vertriebslinien treibt die METRO GROUP deshalb flexible Arbeitszeit- und Arbeitsplatzmodelle voran. Mit diesen Angeboten ermöglicht das Unternehmen seinen Mitarbeitern, individuelle Lebensentwürfe, familiär bedingte Aufgaben und berufliche Ziele flexibel und aktiv zu gestalten.

Media-Saturn bietet am Sitz der Holding in Ingolstadt beispielsweise – für Mütter wie Väter gleichermaßen – flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeit in Elternzeit, aber auch 24 Kinderkrippenplätze in der Nähe des Standortes und Kinderbetreuung in den Sommerferien. Seit 2010 trägt Media-Saturn für dieses Engagement das Zertifikat „Familienfreundliches Unternehmen“ der Hertie-Stiftung „auditberufundfamilie“. Auch für Real ist der Ausbau von Teilzeitmodellen wichtig – so können heute sowohl Führungspositionen als auch Ausbildungen in Teilzeit ausgeübt werden.

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Alter

Das Thema demografischer Wandel beschäftigt die Vertriebslinien der METRO GROUP sowohl mit Blick auf die veränderten Bedürfnisse der Mitarbeiter als auch der Kunden. Sie arbeiten an Konzepten, um diesen Bedürfnissen nachzukommen.

Einer der Schwerpunkte in Bezug auf die Mitarbeiter ist das Thema Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Die METRO GROUP ist dabei, die Arbeitsprozesse im Unternehmen zu analysieren und so zu optimieren, dass das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen der Mitarbeiter minimiert wird. Außerdem werden die Mitarbeiter über Informations- und Schulungsangebote dabei unterstützt, für ihre Gesundheit vorzusorgen.

Bei METRO Cash & Carry Deutschland beschäftigt man sich im Rahmen des Projekts „Alter(n)sgerechte Arbeitsplätze“ gezielt mit der Frage, wie Arbeitsplätze „alter(n)sgerecht“ gestaltet werden können – denn mehr als die Hälfte der Mitarbeiter ist über 45 Jahre alt. Im Projekt arbeitet METRO Cash & Carry mit zahlreichen Experten, unter anderem der Deutschen Sporthochschule Köln und der TU Dortmund, an einer Untersuchung der Arbeitsplätze in der Warenannahme. Ziel des von der Bundesagentur für Arbeit und der Berufsgenossenschaft für Handel und Warendistribution teilfinanzierten Projekts ist es, einen Empfehlungskatalog für die alters- und alternsgerechte Gestaltung aller Arbeitsplätze zu entwickeln. Beispiele hierfür sind optimierte Umgebungsbedingungen hinsichtlich Lärm, Beleuchtung, Luftfeuchtigkeit und Temperatur, sowie die Optimierung der physischen und psychischen Arbeitsbelastungen.

Bei GALERIA Kaufhof sind schon heute 40 Prozent der Mitarbeiter 50 Jahre und älter. Um die Erfahrung der älteren Kollegen zu nutzen und gleichzeitig den Austausch von Ideen voranzutreiben, setzt das Unternehmen gezielt auf altersgemischte Teams.

Auch bei der Filialgestaltung trägt GALERIA Kaufhof dem demografischen Wandel Rechnung: Seit 2010 wurden mehr als 80 der über 100 Filialen mit dem Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ ausgezeichnet. Das Siegel bescheinigt Geschäften und Einkaufscentern, dass sie in punkto Servicequalität, Produktauswahl und Beratung die Anforderungen von Kunden aller Generationen vorbildlich erfüllen: angefangen bei breiten Gängen, möglichst barrierearmen Zugängen, einer gut lesbaren Beschilderung, Taschenablagen an den Kassen, besonderen Komfortumkleiden bis hin zu zusätzlichen Sitzgelegenheiten.

Nationalität

Die Vertriebslinien Real und METRO Cash & Carry setzen verstärkt auf den interkulturellen Hintergrund ihrer Mitarbeiter und nutzen diesen als Wettbewerbsvorteil. Aktuell haben rund 2.000 Real-Mitarbeiter einen ausländischen Pass und noch deutlich mehr haben ausländische Wurzeln. So können sie nicht nur – im wahrsten Sinne des Wortes – die Sprache ihrer Kunden sprechen, sondern auch wertvolle Impulse im Bereich Sortimentsauswahl oder Produktinnovation geben.

METRO Cash & Carry Deutschland arbeitet mit einem starken Fokus auf landesspezifische Kundenbranchen. So wird beispielsweise das Kundenportfolio so strukturiert, dass einige der Kundengruppen von Kundenmanagern mit einem ähnlichen kulturellen Hintergrund betreut werden. Kundenmanager mit italienischen Wurzeln werden beispielsweise als Spezialisten für die Kundengruppe „Mediterrane Gastronomie“ eingesetzt – und bringen ihre Kenntnisse über kulturelle und regionale Besonderheiten ganz praktisch im Kundengespräch ein. Bei METRO Cash & Carry Deutschland arbeiten derzeit Menschen aus 82 Ländern – und der Anteil von ausländischen Mitarbeitern beträgt fast zehn Prozent.

Sexuelle Orientierung

Die METRO GROUP fordert und fördert die rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Um ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Toleranz zu setzen, nahm METRO Cash & Carry Deutschland, vertreten durch den Großmarkt Köln, 2014 erstmals am Kölner Christopher Street Day (CSD) teil. Dieses Engagement wird auch 2015 fortgesetzt und zusätzlich durch die METRO AG unterstützt. Mehr Aufmerksamkeit für die Themen sexuelle Orientierung und sexuelle Identität ist auch das Ziel des gerade in Gründung befindlichen LGBT*I-Netzwerkes der METRO GROUP – einem Mitarbeiternetzwerk für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Intersexuelle.

Die Anstrengungen für eine neue Kultur der „Inclusion & Diversity“ sind also durchaus vielfältig und mit erheblichem Aufwand verbunden. Die METRO GROUP ist jedoch der festen Überzeugung, dass sie sich lohnen. Vielfalt macht stark. Sie ermöglicht es Unternehmen, mit Kreativität, Wissen und unterschiedlichen Erfahrungen zu einem nachhaltigen Unternehmenserfolg beizutragen.

Grafiken

Frauen in Führungspositionen bei METRO Cash & Carry
Frauen in Führungspositionen

Quelle: METRO GROUP Handelsbrief, Ausgabe 02/Juni 2015