30. August 2018

"Zero Emission Store" - Lars im Markt Kapitel 5

Die Sommer-Digitalkolumne 2018

Während der Parlamentarischen Sommerpause besucht der Leiter Nationale Politik aus dem Hauptstadtbüro der METRO AG verschiedene Märkte und berichtet in dieser Digitalkolumne von seinen Erlebnissen rund um die Themen, die das Büro politisch beschäftigen und die 21 Millionen Kunden unseres Unternehmens bewegen.

Lars im Markt Logo

Es ist Freitag und ich bin mit der S-Bahn unterwegs zum METRO Großmarkt in Schönefeld vor den Toren Berlins. Angekommen an der Grünbergallee, radele ich mich mit dem Fahrrad entlang der Brandenburger Wälder und Felder auf Nebenstraßen zur A 117 - immer in der Hoffnung, dass ich mich nicht verfahre. Dann die Erleichterung: Der vertraute METRO Schriftzug kommt in Sicht und kurz darauf auch der Großmarkt in leuchtendem Blau. Mein letzter Markttag soll sich besonders lohnen – steht er doch ganz im Zeichen meiner Lieblingsthemen: Energie und Klimaschutz!

Metro Markt Schönefeld

Geschäftsleiter Daniel Klandt heißt mich im 12.000 qm großen Markt in Schönefeld herzlich willkommen und erklärt, was heute ansteht: Ein Audit nach DIN ISO 50001, heißt eine Untersuchung des Energie-Management-Systems zur Optimierung des Energieeinsatzes im Großmarkt durch einen Auditor.

 

Das bei METRO 2011 eingeführte Energie-Management-System ist wichtiger Bestandteil zur Erreichung unseres Klimaschutzzieles von 50% CO2-Einsparung pro m2 bis 2030 gegenüber 2011.

Zur Unterstützung der Zielerreichung hat sich METRO vorgenommen, den Energieverbrauch bis 2030 weltweit im Vergleich zum Basisjahr 2011 um 35% je qm Verkaufsfläche zu verringern. Dieses Energieeinsparziel wird auf den einzelnen Markt pro Jahr heruntergebrochen und mit diversen Maßnahmen und Investitionen unterstützt.

Von Daniel Klandt erfahre ich, dass die drei größten Energieverbraucher in unseren Märkten Kälte, Licht und Lüftung sind. Beim Rundgang mit dem externen Auditor werden dann einzelne Effizienzmaßnahmen umfassend geprüft und dokumentiert.

 

Bei Kühltruhen ist es beispielsweise wichtig, dass eine entsprechende Füllhöhe nicht überschritten wird, um eine effiziente Kühlung zu gewährleisten. Bei der Beleuchtung sind die klassischen Neonröhren zu energieintensiv und werden auf LED-Technik umgestellt. Und die Lüftung lässt sich zukünftig über einen stufenlosen CO2-Sensor gezielter steuern, sodass die Luft nur dann ausgetauscht wird, wenn sie auch tatsächlich verbraucht ist.

 

Daniel Klandt

Ein ständiges Monitoring und Dokumentieren des Energieverbrauchs mit unserem Energie-Management-System unterstützt uns darin, die für dieses Jahr angestrebten 19% Energieeinsparung im Vergleich zu 2011 zu erreichen und so immer energieeffizienter zu werden.

Geschäftsleiter Daniel Klandt

Nicht nur größere Maßnahmen zur Optimierungen von Energieeinsätzen wie der Auf- und Ausbau von Photovoltaikanlagen auf den Dächern zählen. Auch kleinere Maßnahmen wie die Installation von Dimmschaltern sparen Energie und können in Summe Großes bewirken!

Ortswechsel. Einige Wochen nach meinem Marktbesuch in Schönefeld geht es zum richtungsweisenden „Leuchtturmprojekt“ in Österreich, das eine neue Generation von METRO Märkten eingeläutet hat. Sie stehen von der Planung bis zum Betrieb für Innovation, Umweltfreundlichkeit und Emissionsvermeidung.

 

Der METRO Großmarkt St. Pölten wurde im Oktober 2017 eröffnet und hat sich mit seinen 147 Mitarbeitern und 12.700 qm dem Ziel verschrieben, die nötige Energie selbst zu erzeugen und vollständig emissionsfrei zu arbeiten. Auch der Verbrauch selbst wurde im Vergleich zu den bestehenden Märkten erheblich reduziert: bei einem Verbrauch von 115 kWh pro qm Verkaufsfläche werden 60 Prozent weniger Strom benötigt, der Bedarf an Energie für die Wärmeerzeugung liegt bei 0.

St. Pölten außen

Beim St. Pöltener Markt in der Nähe von Wien stechen sofort die markante Fassade aus thermobehandeltem Fichtenholz und die breiten Fensterfronten ins Auge. Diese sorgen nicht nur für ein angenehmes Licht im Innenbereich, sondern auch für einen deutlich reduzierten Energieaufwand bei der Beleuchtung. Die freischwebenden und als Dreiecke angeordneten, energieeinsparenden LED-Stränge erzeugen zusammen mit dem natürlichen Lichteinfall eine tolle, fast schon wohnliche „Loft-Atmosphäre“. Unterstützt wird dieses durch die verwendeten Baumaterialen im Innenbereich des Marktes, der hauptsächlich mit recyceltem Holz ausgekleidet ist.

Markt innen

Besonders beeindruckend ist das neue Kühlsystem des österreichischen Marktes: die geschlossenen Kühlmöbel mit LED und Eco-Fan Ventilatoren tragen wesentlich zur Energieeinsparung bei, während die transkritische Kälteanlage durch die Kühlung mit Kohlendioxid besonders klimafreundlich arbeitet. Kohlendioxid ist als Kühlmittel im Gegensatz zu konventionellen Fluorkohlenwasserstoffen, den so genannten F-Gasen, kein wesentlicher Treiber der globalen Erderwärmung. Die Fleisch-, sowie die Obst- und Gemüseabteilung befinden sich in einem begehbaren, separat gekühlten Bereich. So wird nur dort gekühlt, wo es nötig ist – das verringert den Energieverbrauch und sorgt für angenehme Temperaturen für die rund 1.000 Kunden, die den Markt in St. Pölten täglich besuchen.

Fleischabteilung

Für die „intelligente“ Heizung sowie für das Warmwasser wird die Abwärme der Kältemaschinen wiederverwendet. Der restliche Strombedarf wird über die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Marktes gedeckt, überschüssige Energie kann in andere Bereiche umgeleitet werden, wie zum Beispiel zu den E-Ladesäulen, die mir bereits bei meiner Ankunft auf dem Parkplatz aufgefallen sind. Hier können METRO Kunden mit ihrer Kundenkarte Strom tanken – und ihre Einkäufe emissionsfrei in ihr Restaurant oder nach Hause transportieren.

Elektroladesäulen

Ich sitze auf einem der Hocker im Bistro, das sich mitten im Markt befindet und überblicke den „Zero Emission Store“. Es beeindruckt mich, wie durch das Zusammenwirken einzelner Maßnahmen die Klima- und Energiewende in diesem Store konkret sichtbar und erlebbar wird. Dies gilt im Übrigen nicht nur für den neugebauten St. Pöltener Store, sondern auch für die Nachrüstung und Optimierung bereits bestehender Großmärkte, wie in Schönefeld. So rückt das Erreichen der selbstgesteckten, ambitionierten Energie- und Klimaziele der METRO in realistische und greifbare Nähe.

Klimaschonend, energieeffizient und innovativ – das ist eine Zukunft, die mich begeistert! Und wenn ich in die Gesichter der Kunden blicke, dann geht es augenscheinlich nicht nur mir so.

 

Ich drehe mich auf dem Hocker und wende mich nun einem Happen des vielfach angepriesenen Triestingtaler Rinds aus der Region zu. Die Gräser und Kräuter des nahen Triestingtals verleihen dem Fleisch einen butterzarten und milden Geschmack – ein würdiger Abschluss unseres Besuchs. Moizeit, wie man in Österreich sagt.

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