Gerhard Soyka
Autor: Gerhard Soyka

Tierhaltung – Mehr Transparenz wagen

13. Juni 2022
METRO fordert digitalen Lösungen zu mehr Verbraucherinformationen

Die Bundesregierung hat 2021 im Koalitionsvertrag angekündigt, neue gesetzliche Rahmenbedingungen bei der Tierhaltungs- und Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel einführen zu wollen. METRO begrüßt das Bestreben nach mehr Transparenz und setzt sich für harmonisierte digitale Standards in der gesamten Lieferkette ein.

Rückverfolgbarkeit bei METRO

Am Dienstag, den 07.Juni fand in Berlin der zweite METRO Kitchen Talk im Kaffeehaus Dallmayr statt. Gemeinsam mit den Expertinnen Britta Gallus von METRO Corporate Responsibility und Julia Stein, Repräsentanzleitung von Dallmayr in Berlin, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Abgeordneten aus dem Deutschen Bundestag wurde über Lösungsansätze zur transparenten Rückverfolgbarkeit bzgl. Tierwohl und Herkunft gesprochen. Dabei wurde deutlich, dass eine Auszeichnung in der Gastronomie nicht gleichzusetzen ist mit der Kennzeichnung im Einzelhandel, weil die Informationen auf Lebensmittelverpackungen nicht für den Gast im Restaurant sichtbar sind. In Frankreich gilt bereits seit einigen Wochen eine Pflicht zur Auszeichnung der Herkunft von Fleisch in der Gastronomie. Da es keine Vorbereitungszeit gab, müssen Gastronomen jetzt händisch Informationen zur Herkunft in ihre Speisekarten schreiben und diese nach jedem Einkauf erneuern. In Zeiten von Inflation und Personalmangel ist jeder zusätzliche Belastung eine enorme Herausforderung.

METRO Kitchentalk Traceability

Politik und Gastronomie müssen gemeinsam einen Rahmen schaffen, um Verbraucherinnen und Verbrauchern transparent Informationen zur Haltung und Herkunft von tierischen Produkten zur Verfügung stellen zu können, ohne die Gastronomie weiter zu belasten. Schon heute können bei Fisch- und Frischfleischprodukten die Barcodes auf Verpackungen gescannt werden, um Informationen zur Herkunft zu erhalten. Eine denkbare Lösung für die Gastronomie ist es, QR-Codes in der Speisekarte abzudrucken, über die Gäste zu einer Website mit den gewünschten Informationen zu Herkunft und Haltung gelangen.

Passend zu unserem Kitchen Talk fand am Vormittag eine Pressekonferenz von Bundesminister Cem Özdemir statt, in der er die Eckpunkte der neuen Tierhaltungskennzeichnung der Bundesregierung vorstellte. Es soll eine verbindliche Kennzeichnungspflicht für frisches Schweinefleisch im Einzelhandel geben. Die neue Kennzeichnungspflicht wird allerdings nur für in Deutschland produziertes Fleisch gelten. Die Gastronomie und Außer-Haus-Verpflegung sollen ebenfalls mittelfristig in den Anwendungsbereich aufgenommen werden. Bis dahin gilt es, die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen, damit eine Ausweitung des Anwendungsbereichs gelingen kann.


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