Saubere Flotten, komplexe Realität: EU-Ziele und Markttauglichkeit in Einklang bringen

07. Juni 2026
METRO plädiert für einen pragmatischen, investitionsfreundlichen Übergang zu sauberen Unternehmensflotten – wobei öffentlich geführte Infrastruktur und gezielte Subventionen Vorrang vor verbindlichen Null-Emissions-Quoten haben, um die wirtschaftliche und betriebliche Machbarkeit zu gewährleisten.
Im März 2025 stellte die Europäische Kommission ihren industriellen Aktionsplan für den europäischen Automobilsektor vor, um die Branche angesichts rascher technologischer Veränderungen und geopolitischer Herausforderungen zukunftssicher zu machen.

Aufbauend auf dem bereits im Januar desselben Jahres eingeleiteten strategischen Dialog zielt der Plan darauf ab, ein robustes, nachhaltiges und global wettbewerbsfähiges Automobil-Ökosystem zu fördern.

Ein zentraler Bestandteil des Plans ist der Vorschlag der Kommission für eine Verordnung über saubere Unternehmensflotten ab Dezember 2025, in dem hervorgehoben wird, dass Firmenflotten etwa 60 % der Neuzulassungen in der EU ausmachen. Die Kommission ermutigt die Mitgliedstaaten und Städte, bewährte Verfahren zur Dekarbonisierung von Flotten zu übernehmen – wie beispielsweise die Festlegung von Null-Emissions-Vorgaben für Taxis und den Ausbau der Ladeinfrastruktur an Knotenpunkten wie Flughäfen. Dem Vorschlag zufolge muss jeder Mitgliedstaat sicherstellen, dass ab 2030 ein Mindestanteil der Anschaffungen für Unternehmensflotten auf emissionsarme Fahrzeuge (LEV) entfällt, mit einem Teilziel für emissionsfreie Fahrzeuge (ZEV).

Decarbonisation of company fleets

METRO unterstützt die Klimaziele der EU, äußert jedoch starke Bedenken hinsichtlich der Machbarkeit verbindlicher Quoten für emissionsfreie Fahrzeuge (ZEV) im gewerblichen Verkehr. Die derzeitigen technologischen, infrastrukturellen und wirtschaftlichen Bedingungen sprechen gegen einen obligatorischen Übergang. Daher plädieren wir für einen pragmatischen, investitionsfreundlichen Ansatz, der eine vorhersehbare Infrastrukturentwicklung und eine koordinierte öffentlich-private Zusammenarbeit umfasst, um eine nachhaltige Transformation des Logistiksektors sicherzustellen.

Zentrale Herausforderungen

  • Technologische Lücken: Batteriebetriebene Lkw leiden unter begrenzter Reichweite, langen Ladezeiten und reduzierter Nutzlastkapazität, was insbesondere für die temperaturgeführte Logistik problematisch ist.
  • Infrastrukturdefizite: Es herrscht ein kritischer Mangel an öffentlichen Lade- und Wasserstofftankstellen, und der Ausbau privater Infrastruktur wird durch hohe Kosten und Netzbeschränkungen behindert.
  • Wirtschaftliche Risiken: ZEVs sind deutlich teurer als Diesel-Alternativen. Ohne steuerliche Anreize und öffentliche Investitionen könnten verbindliche Quoten die wirtschaftliche Tragfähigkeit gefährden, insbesondere für KMU und spezialisierte Betreiber.

Politische Empfehlungen

METRO fordert einen öffentlich geführten Ausbau der Infrastruktur, gezielte Subventionen und ausgewogene öffentlich-private Partnerschaften, um das Risiko privater Investitionen zu mindern. Regional zugeschnittene Lösungen, insbesondere in ländlichen Gebieten, sind ebenso notwendig wie der Aufbau von Wartungs- und Reparaturkapazitäten. Ein einheitlicher Regulierungsansatz könnte den wirtschaftlichen Zusammenhalt und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit in der gesamten EU untergraben.

Unser vollständiges Positionspapier können Sie hier lesen.

METRO Position |  Decarbonisation of company fleets
METRO Position | Decarbonisation of company fleets
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