24. April 2018

Tablet statt Schreibblock

METRO als Wegbereiter für die Digitalisierung der Gastronomie

Wie modernisiert man eine Branche mit vielen kleinen Unternehmern? Wie lässt sich die Arbeit für Gastronomen erleichtern und das Kundenerlebnis steigern? HOSPITALITY.digital liefert Antworten – mit digitalen Lösungen und neuen Technologien.

Kellnerin mit iPad

Wenn Ludwig Horn die Bestellung seiner Gäste aufnimmt, bleiben Stift und Notizblock hinter der Theke. Der Berliner Gastronom nutzt stattdessen das digitale Tool Orderbird. Mit diesem wird die Bestellung auf einem mobilen Gerät aufgenommen, über das WLAN-Netz in die Küche gesendet und mit einem Tablet abgerechnet. Der Restaurantbesitzer hat seine Prozesse digitalisiert. 

Vor dem digitalen Wandel braucht sich niemand zu fürchten.

Ludwig Horn
Gastronomen befürchten jedoch hohe Kosten und einen großen Zeitaufwand bei der Umstellung auf digitale Lösungen. Ludwig Horn hingegen ist sicher: „Vor dem digitalen Wandel braucht sich niemand zu fürchten.“Der Inhaber zweier Restaurants spricht aus Erfahrung. Ein Jahr nach Gründung des ersten Restaurants am Landwehrkanal in Berlin-Kreuzberg stieg Ludwig Horn auf digitale Lösungen um: „Mit der Zeit kamen immer mehr Gäste und es wurde schwieriger für mich, Abläufe kontrolliert zu steuern.“ Dies änderte sich mit dem Einsatz digitaler Lösungen. So wurden mit dem Kassensystem Orderbird Bestellungen beschleunigt und Bezahlvorgänge erleichtert. Neben Orderbird nutzt der Berliner Gastwirt auch den Personalassistenten FragPaul. Ein Tool, das unter anderem die Zeiterfassung, Schichtpläne und Lohnabrechnungen digitalisiert.

Tools wie Orderbird oder FragPaul sind erste Wegmarken der Modernisierung einer Branche, die sich seit Jahrzehnten kaum verändert hat. Um Innovationen sowie Digitalisierung in der HoReCa- Branche voranzutreiben, wurde im Jahr 2015 HOSPITALITY.digital gegründet. HOSPITALITY.digital übersetzt Spitzentechnologien in nutzerorientierte Anwendungen und fördert dadurch Innovationen in Gastronomie und Handel. Um dies zu erreichen, arbeitet HOSPITALITY.digital an zahlreichen Initiativen und Projekten: von der Entwicklung digitaler Tools, über die direkte Kundenunterstützung bis hin zur Entwicklung und Umsetzung von Unternehmenskonzepten und Anwendungslösungen.

Das passiert im Projekt METROpolitan Pilot. HOSPITALITY.digital bringt Innovatoren und Gastronomen zum Praxistest zusammen. Seit 2016 können 500 Restaurants in 5 europäischen Feinschmecker-Metropolen digitale Tools in ihrem Betriebsalltag anwenden: „Ob in Barcelona, Berlin, Mailand, Paris oder Wien – mit METROpolitan Pilot ermöglichen wir Kunden, Innovationen zu nutzen und auf deren Alltagstauglichkeit zu testen“, erklärt Tim Kruppe, Director Digital Projects bei HOSPITALITY.digital.

In den Restaurants werden beinahe 70 Tools für sämtliche Gastronomiebereiche erprobt, von der Online-Reservierung über die smarte Speisekarte bis zum innovativen Abfallmanagement. Basierend auf den Ergebnissen aus dem Piloten optimieren die Start-ups ihre Produkte. Durchläuft ein Tool das Programm erfolgreich, kann es mehr Kunden angeboten werden. Für dieses Projekt hat HOSPITALITY.digital 2017 die Auszeichnung „Innovative Approach Award“ im Rahmen der Initiative „Startup Europe Partnership“ der Europäischen Kommission erhalten.

Ein Ergebnis dieser engen Kundeninteraktion ist auch ein Gastro-Management-Tool. Mit diesem Tool können Gastwirte in Echtzeit ihre Gewinne, Verkaufszahlen und die Umsatzprognosen der kommenden Tage mit einem Klick einsehen.

Ob in Barcelona, Berlin, Mailand, Paris oder Wien – mit METROpolitan Pilot ermöglichen wir Kunden, Innovationen zu nutzen und auf deren Alltagstauglichkeit zu testen.

Tim Kruppe

Ein weiteres Projekt von HOSPITALITY.digital ist der METRO Accelerator powered by Techstars, mit dem internationale Gründerteams bei der Entwicklung digitaler Lösungen unterstützt werden. FragPaul ist beispielsweise eines der geförderten Start-ups. Seit 2015 führte HOSPITALITY.digital bereits 3 Runden des Accelerator-Programms für die Gastronomie durch, für die vierte Runde 2018 können sich Start-ups bis zum 15. Juni bewerben. Im Jahr 2017 startete zudem der erste Accelerator für den Themenbereich Handel. In jeder Runde werden aus zahlreichen Bewerbungen 10 Start-ups ausgewählt, die über 3 Monate von Mentoren begleitet werden.

Ziel des Accelerators ist es, aus der Idee der Gründer ein marktfähiges Produkt zu entwickeln, dieses einer größeren Zielgruppe anzubieten und Investoren auf das Start-up aufmerksam zu machen. Die Gründer profitieren von der starken Expertise der METRO im HoReCa-Sektor und dem Zugang zu mehr als 21 Mio. Kunden weltweit.

Orderbird, FragPaul oder die von HOSPITALITY.digital entwickelten Tools bieten Gastronomen viele Vorteile – in ihrer Rolle als Unternehmer und Gastgeber. „Digitale Lösungen helfen meines Erachtens Restaurantbetrieben sehr gut, das Personal zu managen, eine Kundendatenbank aufzubauen, Steuern und Finanzen zu regeln, sowie bei Bestellung und Lagerung von Lebensmitteln“, so Ludwig Horn. Dies zeigt auch die erste Auswertung des METROpolitan-Piloten: „Wir sehen bei einzelnen Kunden zum Beispiel rund 10% mehr Umsatz, eine tägliche Ersparnis von 1–3 Stunden Arbeitszeit und eine Reduzierung der Lebensmittelverschwendung um 15 %“, fasst Tim Kruppe die Erkenntnisse zusammen.

Gastronomieinhabern wie Ludwig Horn bleibt vor allem mehr Zeit für den kreativen Teil ihrer Arbeit – und für ihre Gäste. Diese profitieren von besseren Services, etwa bei der Reservierung oder der Bezahlung.

Daher ist es Ziel von METRO, bis zum Jahr 2020 eine halbe Million Gastronomen zu digitalisieren. Um die weltweit größte digitale HoReCa-Community zu schaffen, hat METRO den Digital Club ins Leben gerufen. Die Plattform ist offen für alle kleinen und mittelgroßen Gastronomiebetriebe und bietet Zugang zu digitalen Lösungen sowie die Chance zum Wissensaustausch.

Um digitale Tools in der Gastronomie erfolgreich einsetzen zu können,müssen auch die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Eine moderne Digitalisierungspolitik sollte die Balance finden zwischen der Förderung digitaler Lösungen und dem Schutz von Privatsphäre und Persönlichkeitsrechten der Nutzer. Zudem benötigen Gründer Unterstützung, um neue Ideen weiter engagiert vorantreiben zu können. Die bestehenden Förderinstrumente für Start-ups sollten ausgebaut und bürokratische Hürden abgebaut werden. Bei der Wagniskapitalfinanzierung brauchen Kapitalgeber verbesserte Bedingungen, sodass Start-ups ihre mutigen Ideen auch in der Realität umsetzen können.

Mit Programmen wie METROpolitan Pilot, dem Accelerator und digitalen Tools hat HOSPITALITY.digital erste Schritte unternommen, um Gastronomen ihre Arbeit zu erleichtern und neue Kundenerlebnisse zu schaffen. Nun gilt es, die innovativen und digitalen Lösungen in der gesamten Branche bekannt zu machen – sodass Gastronomen wie Ludwig Horn zukünftig nicht mehr die Ausnahme sind.

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