18. April 2018

Klimaschutzoffensive des Handels

Klimaschutzoffensive des Handels

Mit ihrer Klimaschutzoffensive zeigt die Handelsbranche, dass sie sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist und ihren Beitrag zum nationalen Klimaziel ernst nimmt.

Am 17. April startete der Handelsverband (HDE)  in Berlin gemeinsam mit dem Think Tank adelphi, und gefördert durch das Bundesumweltministerium, die Klimaschutzoffensive des Handels. Seit 1990 hat der Handel seinen CO2 Ausstoß durch erhebliche Strom- und Energieeinsparungen bereits um 54 % verringert. Das nationale Klimaziel Deutschlands, welches eine Reduktion der Treibhausgase um 50 % bis 2030  vorsieht, macht allerdings weitere Anstrengungen notwendig. Die Klimaschutzoffensive des Handels hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, 300.000 Tonnen CO2 einzusparen. 

Klimaschutzoffensive des Handels

Der Handel ist so bedeutsam, weil er ein Multiplikator in die Bevölkerung hinein ist und für den Klimaschutz werben kann.

Bundesumweltminister a.D. Klaus Töpfer

Olaf Schulze, Direktor Energiemanagement bei der METRO, berichtete im Rahmen der Veranstaltung von den Klimazielen der METRO und Best-Practice Beispielen.  Auch die METRO hat sich ehrgeizige  eigene Klimaziele gesetzt und peilt eine CO2 Reduktion um 50 % pro qm² Verkaufsfläche bis 2030 gegenüber 2011 an. In den letzten sieben Jahren konnte bereits eine Reduktion um 20 % pro qm² Verkaufsfläche erreicht werden. Im Dezember 2017 hat METRO außerdem als eines von 54 Unternehmen die Klimaschutzinitiative der Stiftung 2° unterschrieben. Darin wurden branchenübergreifend Forderungen an die G20 Staaten zum Klimaschutz formuliert.

Im Fokus der Vorhaben  der METRO stehen vor allem Einsparpotenziale beim Energieverbrauch in den Filialen und bei den Händlern vor Ort. Durch intelligente Energiemanagementsysteme, moderne LED-Beleuchtung, den Einsatz von Photovoltaikanlagen und die Nutzung geschlossener Kühlregale, kann der Energieverbrauch in den Märkten signifikant reduziert werden und gleichzeitig klimaschädliche Emissionen vermieden und Kosten eingespart werden. Auch alternative Antriebstechnologien für das Belieferungsgeschäft werden erprobt.

Der Nullenergie-Großmarkt von METRO Cash&Carry in St.Pölten bei Wien ist ein gutes Beispiel für den konsequenten Einsatz solcher Maßnahmen. Im Oktober 2017 eröffnet, verbraucht dieser durch den Einsatz von Tageslicht, Holzbauweise, natürlicher Belüftung, und der Aufbereitung des Warmwassers aus Abwärme der Kälteanlage und einigen Maßnahmen mehr ca. 60 % weniger Energie. Zusätzlich erstreckt sich auf dem Dach eine 9.000 m² große  Photovoltaikanlage, die jährlich 1.100 MW Strom produziert, (ca. 60% weniger als bei einem vergleichbaren Gebäude) und damit energieautark ist. Außerdem ist der Markt, von der Konstruktion, über die Fassade und dem Dach aus Holz - 2.250 m3 Massivholz und zusätzlich 600 m3 Holzplattenmaterialien wurden insgesamt verbaut. Das senkt die Betriebskosten über den Lebenszyklus eines solchen Gebäudes entscheidend.

Mit der nächsten Store-Generation werden wir durch Fassaden- und Dachnutzung von Photovoltaikanlagen noch weiter gehen und sogar einen Netto-Energieüberschuss erzielen können.

Olaf Schulze, Direktor Energiemanagement bei der METRO AG

Sinnvolle Instrumente für die Energiewende

Ein sinnvolles Instrument für den Klimaschutz und die Neugestaltung der Energiewende ist insbesondere ein einheitlicher CO2-Preis anstelle der EEG-Umlage. Dieser kann eine nachhaltige Lenkungswirkung für mehr Klimaschutz entwickeln und die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz für die Energiewende erhöhen, da jedes Gramm Kohlendioxid den gleichen Preis hätte, egal wo es emittiert wird. Mit der Einführung eines einheitlichen CO2 Preises wäre auch der nächste Schritt getan und eine faire und effiziente Sektorenkopplung von Strom, Wärme und Verkehr eingeführt.  

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