5. Juni 2020

Russland ist bereit für neue Kälteanlagen

Do svidaniya R22-Kühlsystem. Privet CO2-Kühlung.

Im Nachgang zu dem Interview mit Olaf Schulze, Director Energy Management bei der METRO AG, werfen wir einen genaueren Blick auf die Entwicklungen hinsichtlich klimaschonenderen Kältemitteln in den METRO-Großmärkten Russlands.

Kälteanlagen METRO Russland

Wenn wir über Russlands Wirtschaft sprechen, dann sprechen wir zugleich auch immer über Energie. Rund 25% der Wirtschaftsleistung Russlands ist auf die Energiewirtschaft zurückzuführen. Knapp 50% des russischen Staatshaushalts werden durch den Energiesektor finanziert. Russland verbraucht im Vergleich zu Westeuropa mehr als die dreifache Menge an Energie (pro Einheit BIP) und zählt zu den energieintensivsten Wirtschaftsnationen der Welt. Es ist also mehr als offensichtlich: Das Thema Energie spielt in Russland eine entscheidende Rolle.

In den weltweiten Bewegungen zu mehr Energieeffizienz ist auch Russland ein aktiver Treiber für mehr Klimaschutz: Einen Meilenstein hierbei ist das Dekret Nr. 204 mit dem sperrigen Titel „Über nationale Ziele und strategische Aufgaben zur Entwicklung der Russischen Föderation für den Zeitraum bis 2024, das im Mai 2018 vom Präsidenten der Russischen Föderation unterzeichnet wurde. Eines der Ziele: Die Treibhausgasemissionen sollen um mindestens 20 Prozent reduziert werden. Unternehmen sollen ermutigt werden, auf die besten verfügbaren umweltfreundlichen Technologien umzusteigen.

CO2-Kühlung METRO Store Russland

METRO ist in Russland mit 94 Großmarktfilialen präsent. Das Unternehmen ist einer der größten ausländischen Investoren in der russischen Wirtschaft und bereits seit 2001 auf dem heimischen Markt vertreten. METRO leistet einen großen Beitrag zur Erreichung der nationalen Ziele in Bezug auf Nachhaltigkeit. So ersetzte das Unternehmen 2019 in allen Großmärkten in Russland herkömmliche Lampen durch LEDs, was zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs zwischen 20 und 25% führte. Darüber hinaus ist METRO laut der Marktforschung „Shecco“ - ein globaler „market accelerator“, der Unternehmen dabei hilft, ihre klimafreundlichen Lösungen schneller auf den Markt zu bringen - ein unbestrittener Marktführer in Russland, wenn es um die Anzahl der Geschäfte mit umweltfreundlichen und effizienten CO2-Kühlsystemen in Russland geht.

Auch wenn es in diesem Kontext paradox klingen mag: CO2 gehört zu den sogenannten „natürlichen“ Kältemitteln und ist am energieeffizientesten. Es ist ungiftig und umweltfreundlich. Derzeit verwenden 31 von 94 METRO-Filialen in Russland ein CO2-Kühlsystem. Eines der letzten modernisierten Geschäfte in Uljanowsk, 700 km östlich von Moskau, verwendet Kältemittel mit einer Gesamtkühlleistung von 438 kW für eine Lagerfläche von 6.000 m2.

Darüber hinaus hat METRO Russland folgendes Ziel: Alle Filialen von St. Petersburg bis Irkustsk am Baikalsee sollen von künstlich synthetisiertem Kältemittel, wie zum Beispiel R404A, auf CO2-Kältemitteln umgestellt werden. Als nächstes ist der Markt in Orgenburg nahe der Grenze zu Kasachstan dran.

Diese Umstellungsmaßnahmen sind Teil der Verpflichtung des Unternehmens, bis 2030 50% seiner eigenen CO2-Emissionen, im Vergleich zum Basisjahr 2011, zu reduzieren.

2013 startete METRO das F-GAS-Exit-Programm und arbeitet seitdem intensiv an dem Ausstieg aus F-Gasen in Kühlsystemen in allen METRO-Filialen weltweit. Soweit technisch und wirtschaftlich machbar, werden diese Systeme durch sogenannte natürliche - umweltfreundliche - Kühlsysteme ersetzt.

Dies ist ein wichtiger Schritt zu mehr Energieeffizienz, um einen irreversiblen Klimawandel abzuwenden!

Maschinenraum CO2-Kühlung

Wir halten fest: Die Energiewende ist nun auch in Russland angekommen. Im September 2019 hat die Regierung das Pariser Klimaabkommen ratifiziert. Die Unternehmen in Russland sind nun gefragt. Sie müssen mehr Verantwortung übernehmen und die Auflagen des Pariser Klimaabkommens in ihre Wertschöpfungskette implementieren.

Denn eines ist sicher: Der durch die globale Erderwärmung verursachte Temperaturanstieg wird weitreichende Folgen für Infrastruktur, für Industrie sowie für Städte und Landbewohner mit sich bringen. Ein klimapolitischer Kurswechsel Russlands ist daher unausweichlich.

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