Situation und Rolle der Gastronomie aus Bevölkerungssicht
26. September 2023Repräsentative Umfrage von Civey im Auftrag der METRO
Eine aktuelle Umfrage verdeutlicht die Konsequenzen einer Mehrwertsteueranhebung für die Speisegastronomie aus Bevölkerungssicht. Zugleich untermauert die Befragung die große Bedeutung der Gastronomie für attraktive Innenstädte und das gesellschaftliche Miteinander.
Im Lichte der aktuellen Debatte um die Folgen der Beendigung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Speisen in der Gastronomie haben wir mit Civey eine Umfrage unter 10.000 Befragten durchgeführt. Unser Ziel: Besser verstehen, welche Bedeutung die Gastronomie für Bürgerinnen und Bürger in Deutschland hat. Dabei konnten wir uns ein Meinungsbild in Bundesländern, Regionen, nach Alter, Kaufkraft und Familienstatus machen.
Die wesentlichen Ergebnisse auf Bundesebene im Überblick:
- 74% befürchten ein Gastronomiesterben aufgrund zunehmenden wirtschaftlichen Drucks
Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg zeigen die höchsten Zustimmungswerte. Die Altersgruppen der 50-59- sowie der 30-39-Jährigen sind am stärksten besorgt. Kaufkraft spielt keine Rolle.
- 91,9% betonen die Bedeutung der Gastronomie für attraktive Innenstädte und Regionen
Die Zustimmungswerte sind in allen 16 Bundesländern einheitlich hoch, angeführt von Bayern. Die Zustimmung ist völlig unabhängig vom jeweiligen Alter, Familienstand, beruflichem Status und Kaufkraft.
- 89,3 % finden, dass Gastronomie eine wichtige Rolle für eine lebendige Gesellschaft einnimmt
Ostdeutschland, Bayern und Baden-Württemberg sind Vorreiter. Bei den Altersgruppen kommt die stärkste Zustimmung von der Altersgruppe 55 plus.
- 81,9% befürworten die Beibehaltung des verringerten Mehrwertsteuersatzes
Die höchsten Zustimmungswerte kommen aus Thüringen und Sachsen-Anhalt mit knapp 90%.
- 59% wären im Falle einer Rückkehr zu 19% Mehrwertsteuer nicht bereit oder in der Lage, höhere Preise zu bezahlen
Vor allem die 18-29-Jährigen scheuen eine Preiserhöhung. Auch sind Frauen weniger zu Preisaufschlägen bereit als Männer. Die Befragten in Sachsen am wenigsten bereit, mehr Geld auszugeben.
Über die Studie
Civey hat für die METRO AG im August 2023 online 10.000 Bundesbürger am 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 2,5 (Gesamtergebnis) erhoben worden. Alle Daten wurden im Civey-eigenen Panel mit verifizierten Teilnehmenden erhoben. Ergebnisse auf Bundesebene sind nach offiziellen Bevölkerungsdaten gewichtet. Regionale Ergebnisse unterhalb der Bundesebene sind ebenfalls nach offiziellen Bevölkerungsdaten gewichtet und werden zusätzlich in Kombination mit einem umfassenden regionalen Variablenset bis auf Landkreisebene mit so genannten Small Area Methoden modelliert.