Minijobs erhalten: Sie stärken Großhandel und Gastronomie

14. August 2026
Großhandel und Gastronomie sind auf flexible Beschäftigungsmodelle angewiesen, um Nachfrageschwankungen und saisonale Spitzen verlässlich abzudecken. METRO fordert deshalb den Erhalt von Minijobs und setzt sich für die zeitnahe Einführung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Wochenhöchstarbeitszeit ein.

Ausgerechnet in einer Phase schwacher Konjunktur, steigender Kosten und ausufernder Bürokratie geraten Minijobs unter politischen Beschuss.

Der Koalitions­ausschuss von CDU/CSU und SPD hat am 2. Juli 2026 angekündigt, den Empfehlungen der Alters­sicherungs­kommission folgen zu wollen. Diese schlägt in ihrem Abschlussbericht vor, Minijobs in ihrer heutigen Form abzuschaffen. Für Großhandel und Gastronomie drohen dadurch mehr Bürokratie, weniger Flexibilität und der Verlust eines bewährten Beschäftigungs­modells.

Parallel dazu hat die Bundesregierung bereits mehrere Maßnahmen beschlossen oder auf den Weg gebracht, die Minijobs für Arbeitgeber deutlich verteuern würden. Werden die Verteuerungs­pläne umgesetzt, steigt die Abgabenlast für Arbeitgeber von heute rund 31 % auf mehr als 42 %. Für einen Minijob mit 603 € Monats­verdienst entstünden zusätzliche Kosten von rund 800 € pro Jahr und Minijobber. Besonders kleine Betriebe träfe das hart.

Ob Abschaffung oder Verteuerung: Beides sind zwei Seiten derselben Belastungs­medaille. Denn auch eine deutliche Verteuerung von Minijobs macht sie für Arbeitgeber unwirtschaftlich und führt somit zu einer Abschaffung durch die Hintertür. Warum die Folgen so weitreichend wären, zeigt die Bedeutung von Minijobs für Unternehmen und Beschäftigte.

Minijobs: Steigende Beitragsbelastung für Arbeitgeber

Warum Minijobs unverzichtbar sind

Mit rund sieben Millionen Beschäftigten sind Minijobs ein zentraler Bestandteil des deutschen Arbeitsmarktes. Allein im Handel arbeiten rund 800.000 Minijobber, im Gastgewerbe etwa 1,1 Millionen. Dass Minijobs so stark nachgefragt werden, ist kein Zufall:

  • Minijobs ermöglichen notwendige Flexibilität für Unternehmen. Sie helfen Betrieben, Nachfrageschwankungen, Stoßzeiten und saisonale Spitzen aufzufangen.
  • Minijobs reduzieren Bürokratie. Sie bewahren Unternehmen durch die pauschalierte Abrechnung über die Minijob-Zentrale von zusätzlichem Verwaltungsaufwand.
  • Minijobs sind bei Beschäftigten beliebt. Sie ermöglichen vielen Menschen die Vereinbarkeit von Beruf, Familie, Studium, Pflege oder Ruhestand.
  • Minijobs sichern Arbeitskräfte. Sie halten Menschen im Arbeitsmarkt, für die eine Ausweitung der Arbeitszeit keine realistische Option ist. Ohne Minijobs besteht die Gefahr, dass sich viele Beschäftigte vollständig aus dem Erwerbsleben zurückziehen.

Mehr Flexibilität statt neuer Hürden

Großhandel und Gastronomie brauchen jetzt vor allem Entlastung und Flexibilität. Statt bewährte Modelle zu schwächen, sollte die Politik die Voraussetzungen für mehr Flexibilität schaffen. Dazu gehört insbesondere die im Koalitionsvertrag vereinbarte Einführung einer Wochenhöchstarbeitszeit.

Als Großhändler erleben wir bei METRO täglich, wie wichtig flexible Beschäftigungsmodelle für unsere eigene Personalplanung und für unsere HoReCa-Kernkundengruppe (Hotels, Restaurants, Caterer) sind. METRO fordert deshalb, Minijobs in ihrer bisherigen Form zu erhalten, weitere Belastungen für Arbeitgeber zu verhindern und die im Koalitionsvertrag vereinbarte Wochenhöchstarbeitszeit zügig umzusetzen.

Wer Arbeitsplätze sichern und Wachstum ermöglichen will, sollte bewährte Flexibilität stärken, statt sie abzubauen.

METRO Position zur aktuellen  Minijob-Debatte
METRO Position zur aktuellen Minijob-Debatte
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