2. Januar 2018

Weltweit für morgen handeln

Handelsbrief Schwerpunkt

In Rome do as the Romans do – was für Touristen gilt, hat auch für ein internationales Unternehmen wie METRO Gültigkeit. Bei ihren Aktivitäten in 35 Ländern steht METRO vor vielfältigen Herausforderungen und braucht individuelle Antworten.

Cover Handelsbrief

Für METRO ist es Auftrag und Alltag, Lösungen zu entwickeln, die auf länderspezifische Gegebenheiten Rücksicht nehmen. Bei dem internationalen Handelsunternehmen hat Verantwortung viele Facetten: Sie reicht von der Unterstützung selbstständiger Unternehmer über den Schutz der Umwelt und die Stärkung der Lebensmittelsicherheit bis hin zur Förderung regionaler Angebote sowie dem Erhalt von Vielfalt und Tradition.

 

METRO ist Partner der vielen kleinen und mittelgroßen selbstständigen Unternehmen – ihr Erfolg steht im Mittelpunkt. Beispiel Indien: Hier prägen über 12 Millionen Kiranas das Straßenbild. Kiranas sind traditionelle Läden, die von Einzelhändlern über Generationen hinweg geführt werden. Auf wenigen Quadratmetern stapeln sich die Produkte für den täglichen Bedarf bis an die Decke und machen die Läden zur Versorgungsquelle Nummer eins. 95 Prozent beträgt ihr Anteil am Einzelhandel – ohne Kiranas ist die Versorgung der indischen Bevölkerung undenkbar.

Unterstützung erhalten die selbstständigen Unternehmer von METRO. So bietet der Großhändler nicht nur ein großes Sortiment an Produkten, sondern unterstützt auch bei der Anschaffung digitaler Kassensysteme, um den Bezahlvorgang sicherer zu machen – eine praktische und wichtige Innovation. Auch bei Geldangelegenheiten hilft METRO. So vermittelt der Großhändler unkompliziert eine Finanzierung, wenn zum Beispiel ein Kirana-Markt modernisiert werden soll.

 


 

OBD Grafik 2017

Dass lokales Unternehmertum geschätzt wird, zeigt die METRO International Own Business Study, eine Untersuchung in zehn ausgewählten Ländern, darunter Frankreich und China. Nach dieser sprechen sich mehr als die Hälfte der Befragten dafür aus, unabhängige Unternehmer aus der Nachbarschaft zu stärken. Zudem zeigt die Untersuchung, dass 48 Prozent aller Befragten Interesse an einer eigenen unternehmerischen Tätigkeit haben – doch nur 13 Prozent sehen eine Unternehmensgründung als „sehr wahrscheinlich“ an.

Um diese „Gründungslücke“ zu überbrücken, steht beispielsweise MAKRO Cash & Carry Polen mit dem ODIDO Franchise angehenden und bestehenden Selbstständigen im Bereich Einzelhandel zur Seite. „Das Konzept hilft den Händlern, ihre Lebensmittelläden ansprechend und effizient im Hinblick auf ihr Angebot zu gestalten“, erklärt Eric Poirer, CEO von MAKRO Cash & Carry Polen. „Mittlerweile zählen wir rund 2.000 Unternehmer, die an ODIDO teilnehmen“, so Poirer. METRO unterstützt etwa bei Finanzierungsfragen oder bei der Produktion professioneller Fernsehspots.

Auch rund 500 Kilometer weiter im Osten, in Russland, braucht es eine passgenaue Lösung – wie die METRO Expo. Die Messe ist Plattform für lokale Unternehmer aus dem Gastronomie-Sektor, Landwirte, Lieferanten sowie Behörden und zählte 2017 fast 20.000 Besucher. Hier informieren sich Branchenvertreter über die aktuellen Innovationen im Handel und können sich in über 750 Seminaren oder Workshops weiterbilden.

 

Digitalisierung – eine einmalige Chance

Um zukünftig erfolgreich zu sein, führt auch im Food- und Hospitality-Sektor kein Weg an der Digitalisierung vorbei. METRO ist es daher ein Kernanliegen, dass ihre Kunden von den Chancen digitaler Innovationen profitieren. Ein Beispiel dafür findet sich unter den französischen METRO Cash & Carry Märkten. Hier können Kunden mit der METRO Scan App ihre Einkaufsliste digital erstellen. Im Markt steht den Kunden der digitale Einkaufszettel auf Scangeräten zur Verfügung, sodass die gewünschten Produkte problemlos zusammengestellt werden können. So kann der Einkauf schnell erledigt werden und die Kunden können sich auf ihr Geschäft konzentrieren.

Unternehmensübergreifend beschäftigt sich die Geschäftseinheit HoReCa Digital mit der Entwicklung und Förderung digitaler Innovationen in der Gastronomie. Im Bereich HoReCa Digital sind auch die Start-up-Förderprogramme der METRO angesiedelt.

 

Mittlerweile zählen wir rund 2.000 Unternehmer, die an ODIDO teilnehmen.

Eric Poirer

Schnelligkeit – das ist das Stichwort in der Belieferung der METRO Kunden. Dass wirtschaftliches Handeln und Umweltschutz dabei gut zusammenpassen, zeigt der Belieferungsservice METRO Express in Wien. Er beliefert Gastronomen CO2-neutral mit Elektrofahrzeugen – die Waren sind innerhalb von 3 Stunden bei den Kunden.

METRO schützt das Klima nicht nur auf der Straße, sondern auch in den METRO Cash & Carry Märkten, etwa mit dem Konzept des „Vertical Farming“, das seit 2015 in einem der Berliner METRO Märkte erprobt wird. Dabei werden Kräuterpflanzen und Salat in kleinen Gewächshäusern direkt im Markt angebaut. Lieferwege und damit verbundene Emissionen bleiben aus. „Mit Vertical Farming gehen wir neue Wege beim Thema Lebensmittelherkunft und -produktion und bringen unseren Kunden vor Ort im Markt nachhaltige Lebensmittel nahe“, erklärt Fabio Ziemßen, Head of Food Innovation and Food-Tech bei METRO. Erste Gastronomen nutzen das „Vertical Farming“-Konzept bereits, um Kräuter und Salate direkt in ihrem Restaurant anzubauen. „So werden weniger Lebensmittel verschwendet, weil nur jene Produkte angebaut werden, die auch tatsächlich auf den Teller kommen“, verdeutlicht Fabio Ziemßen.

Bei Real werden mit dem Permakultur- Konzept Ressourcen und Umwelt bereits auf den Gemüsefeldern und Obstplantagen geschont. Diese ökologische Anbaumethode verzichtet auf Dünger, Pestizide sowie Zusatzstoffe und trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Mit Avocado, Radieschen, Möhren und weiteren Produkten bietet das Real Sortiment zahlreiche Obst- und Gemüsesorten aus Permakultur – so, wie die Natur sie geschaffen hat.

Instore Kräutergarten

Für einen Handelskonzern wie METRO ist das Thema Lebensmittelsicherheit essenziell. Staatlich festgelegte Qualitätsstandards sind in einigen Ländern wie etwa Pakistan noch in der Entwicklung. Hier ist das Lebensmittelgeschäft im Wandel: „Neben traditionellen Straßenverkäufen entsteht eine Landschaft moderner Supermärkte, dabei wird Lebensmittelsicherheit – auch im Wettbewerb – immer wichtiger“, erklärt Sagar Mahmood Khan, Leiter der Qualitätssicherung von METRO Cash & Carry Pakistan.

 

Sichere Lebensmittel dank „Star Farm“

Als Teil des „Star Farm Pakistan“-Projekts fördert METRO seit dem Markteintritt in Pakistan vor zehn Jahren die Entwicklung einheitlicher Qualitätsstandards und arbeitet dafür mit den pakistanischen Behörden zusammen. So konnten bisher rund 17.000 Landwirte in der Einhaltung internationaler Standards geschult werden. Die Kunden von METRO Cash & Carry Pakistan können die Herkunft der Produkte mit dem „Star Farm“-Rückverfolgungssystem nachvollziehen. Die „Star Farm“-Aktivitäten sind nicht auf Pakistan beschränkt. Ursprünglich wurde das Konzept in China erarbeitet und umgesetzt. METRO China wurde dadurch Vorreiter beim Thema Lebensmittelqualität und -sicherheit im Land.

 

Boskarin Kühe

Wie wichtig es ist, regionale Besonderheiten im unternehmerischen Handeln zu berücksichtigen, zeigt sich auch beim Umgang mit kulinarischen Spezialitäten der jeweiligen Länder. Regionale Produkte sind die Lebensgrundlage vieler lokaler Kleinbauern, wie das Beispiel der Ukraine zeigt: Hier lebt ein Fünftel der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Mit der Initiative „Fermove“ unterstützt METRO in der Ukraine regionale Landwirte „vom Samen zum Teller“, so das Motto. Denn zu Beginn sammelt METRO auf Grundlage der Bedürfnisse ihrer Kunden die Aufträge für den Anbau von Obst und Gemüse und gibt diese gezielt an lokale Kleinbauern weiter. Diese werden von einem Agrarpartner mit Samen, Dünger und Know-how versorgt. Das frisch geerntete Obst und Gemüse gelangt dann ohne Umwege direkt in die METRO Cash & Carry Märkte und wird dort mit dem „Fermove“-Label angeboten.

 

Die Rettung der Boskarin-Rinder

Auch in Kroatien stärkt METRO regionale Anbieter und erhält eine ländertypische Tradition – die Haltung der Boskarin- Rinder. Die aus der Region Istrien stammenden Tiere waren vom Aussterben bedroht: In den 1990er Jahren gab es nur noch rund 100 dieser Tiere. Dank der Kooperation von METRO mit der istrischen Behörde für ländliche Entwicklung und den Bauern aus der Region konnte der Bestand der Rinderrasse gesteigert werden: Heute gibt es wieder mehr als 3.500 Boskarin-Rinder. Derartige Maßnahmen erhalten nicht nur Traditionen. Sie stärken auch die Erzeuger vor Ort und fördern die Vielfalt an Lebensmitteln.

 

Eine Welt der Vielfalt

Die Rettung der Boskarin-Rinder, die Schulung von rund 17.000 Landwirten in Pakistan, der Schutz der Natur durch Permakultur und „Vertical Farming“ oder die Unterstützung der Kirana-Betreiber: Die Welt des Handels ist vielfältig. Und so sind es auch die Lösungen der METRO, ganz nach dem Motto: „Heute schon für morgen handeln“.

 

Fermove Foto

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